Reviews

When Eden Burns

Label: Dockyard1 (2006)

Jung, aufstrebend, mit Potential gesegnet. So könnte man den bisherigen Werdegang der Schweden beschreiben, die zugleich auch das richtige Label für Ihre Philosophie hinter sich haben. Nachdem die letzte Scheibe „The Hunter“ als Re-Release veröffentlicht wurde, steht nun mit „When Eden Burns“ der neue Longplayer in den Startlöchern, der zumindest optisch bisher den besten Eindruck aller Alben macht.

Interessant zu beobachten, wie sich die Band stilistisch im Verlauf der drei Alben entwickelt. Klang das Debüt „The Hunter“ noch rau, ungeschliffen und munter drauf los gespielt, hörte man auf dem Nachfolger „Evolution Purgatory“ doch deutliche Vergleiche mit Iron Savior heraus (deren Frontmann im übrigen im Hintergrund mitsang). „When Eden Burns“ geht nun ganz klar in die Blind Guardian Schiene, was auch nicht verwunderlich ist: Sänger Jens Carlsson gibt auch den Frontmann bei Savage Circus, bei denen der ehemalige Blind Guardian Drummer Thomas Stauch aktiv ist und seinen früheren Kollegen stilistisch in nichts nachsteht. Noch Fragen? Am deutlichsten kommt dies auf „When Eden Burns“ beim Opener ,Twisted Eyes’ zum Tragen, der sowohl in punkto Chören, Gitarrenspiel und Gesang auch von den Mannen von Hansi Kürsch hätte stammen können. Dieser rote Faden zieht sich konsequent durch das Album, auch wenn die Band versucht, z. B. durch dezente Black Metal Einflüsse beim Titelsong oder schnelle Doublebass Attacken ihrer eigenen Trademarks miteinzubringen. Das soll an dieser Stelle auch gar nicht abwertend klingen. Persuader haben ohne Zweifel klasse, dass hört man in jedem einzelnen Song. Nahezu genial präsentiert sich ,Judas Immortal’, das im Mittelteils mit einem coolen Akustiksolo gesegnet ist und mit einem sensationellen Chorus ausklingt, der sofort im Ohr hängen bleibt. Keiner der 10 Tracks enttäuscht und bietet Powermetal auf gehobenem Niveau. Jens Carlsson zeigt in jedem Ton, was er gesanglich drauf hat und treibt die Stücke mit seiner energiegeladenen Stimme voran. Bis auf den bereits erwähnten Ruf nach etwas mehr Eigenständigkeit gibt’s nix zu meckern.

Nichts Neues aus dem Hause Persuader, die das fast schon gewohnt starke Album abliefern. Alle Fans von Blind Guardian und Savage Circus sind hier bestens aufgehoben.

Oliver Bender






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