Reviews

Stonerized

Label: Transubstans (2009)

Ja Holladiewaldfee! Da brät mir doch gerade mal ein megafettes Wüstenbrett entgegen. Stellen wir uns einfach einmal vor, Kyuss legen sich eine ganz schön dicke Scheibe Black Sabbath zu, befördern das Ergebnis in den Llano Estaccato, werfen dabei massenhaft Mescalin ein und besuchen danach Captain Beefheart in dessen Wüstenheim und hören anschließend alte Aufnahmen von Pentagram. Wenn dies Eure Phantasie nicht übersteigt, dann habt Ihr eine gute Vorstellung davon, wie diese Scheibe klingt.

Im Klartext bedeutet dies, dass beim satt rockenden Opener 'Alcoholic Deathride' ein fettes Lavastück geschmiedet wird, das trotzdem nicht in Richtung Doom kriecht, sondern sich eine etwas schwungvollere Gangart zulegt. Die Riffs sind knallhart und die Produktion so trocken wie die Wüste Sahara. Kaum zu glauben, dass eine solche Produktion nicht aus New Mexico, Arizona oder den trockenerern Gebieten von Kalifornien kommt, sondern - wer hätte das gedacht - aus dem sympathischen Elchland im Norden. Mittlerweile glaube ich fest daran, dass jeder Schwede gesetzlich dazu verpflichtet ist, in mindestens fünf hochkarätigen Bands mitzuspielen - anders ist die Masse von Klassebands nicht zu erklären!

Jedenfalls Ponamero Sundown richtig coole Mucke für Tequila-haltige Stunden. Von anderen - illegalen und somit per se verabscheuungswürdigen Substanzen - wollen wir hier gar nicht reden. Eine geile Abfahrt, die nach etwa einer dreiviertel Stunde leider viel zu früh zu Ende geht.

Frank Scheuermann






Musicload