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The Incident

Label: Roadrunner Records (2009)

Steven Wilson ist ein Genie. Daran führt meiner bescheidenen Meinung nach kein Weg vorbei. Alles was dieser Mann macht hat Hand und Fuß. Auch und gerade weil er es seinen Zuhörern nicht besonders leicht macht.

Begannen Porcupine Tree noch als eine fast reine Neo-Psychedelic-Band, so entwickelten sie sich immer weiter zu einer Gruppe, die mit "Lightbulb Sun" und anderen CDs dieser Phase an Pink Floyd Mitte der 70er erinnerten und recht zugänglich waren. Daran schloss sich eine etwas metallischer Epoche mit den Alben "In Absentia", "Deadwing" und "Fear Of A Blank Planet" an.

Mit "The Incident" legt Steven Wilson mit seinen Mannen möglicherweise sein vielschichtigstes und aufwändigstes Werk vor: Alle bislang auf unterschiedliche Arbeitsabschnitte aufgeteilten Merkmale, die jemals bei Porcupine Tree eine Rolle gespielt haben, werden hier in einem höchst komplexen Werk vereinigt. Und das klingt bei allem musikalischen Anspruch höchst unterhaltsam und kurzweilig.

Gerade im fast einstündigen Titelstück, das in 14 Abschnitte unterteilt ist und mit 'Occam's Razor' beginnt und mit'I drive the hearse' endet, sprudelt die Band geradezu. Da finden sich Zitate aus dem Schaffen von Pink Floyd genauso wie Tool-artige Gitarren und an Robert Fripp erinnernde Soundscapes, die mit Brian Eno-mäßigen Ambientklängen versöhnt werden. Selten habe ich mich von einer Scheibe eines einzigen Künstlers so abwechslungsreich unterhalten gefühlt. Man hat das Gefühl, hier wirken große Musiker am Zenit ihres Schaffens!

Frank Scheuermann






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