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On The Two Deaths Of...

Label: InsideOut (2009)

Daniel Gildenlöw und seinen Nordmänner haben es den Musikfans bisher noch nie leicht gemacht. Ständige Stilwechsel haben es den Musikfreunden bisher unmöglich gemacht, den jeweils nächsten Schritt von Pain Of Salvation vorherzusagen. Vor einigen Jahren gab es bereits eine DVD dieser Band, die jedoch nicht das klassische Best of Programm enthielt, sondern das sehr sperrige Konzeptalbum „Be“ in seiner ganzen morbiden Pracht zur Aufführung brachte.

Und auch auf "On The Two Deaths…" muss der Anhänger bis zur zweiten DVD warten, bis das Offensichtliche tatsächlich erfolgt: Ein Konzertmitschnitt aus Amsterdam, bei dem tatsächlich die größten Erfolge aufgeführt wurden.
Doch zuvor wartet noch eine interessante Reise auf den Verehrer edler Klänge. Auf der gesamten DVD 1, mit einer Spielzeit von etwa 3 Stunden, ist eine Dokumentation über Pain Of Salvation untergebracht, die in höchstem Maße sehenswert ist. Daneben gibt es Bildergalerien und –man merkt, dass es Frühling wird- ausreichend "Ostereier".

Die Highlights der Live Show bestehen natürlich in Leonard Cohens 'Hallelujah' und dem köstlichen 'Disco Queen', einem Song, den jeder der Konzertbesucher im Radio wegschalten würde, wenn er nicht von Pain Of Salvation wäre. Der Song klingt nämlich –wie der Name schon vermuten lässt- nach übelster 70er Jahre Discomucke. Besonders witzig, wie sich die Musiker mit der Gesangslinie abquälen, die in bester Bee Gees Falsett-Tradition steht. So etwas geht eben nur, wenn man unter sich ist…

Aber auch die Klassiker und Songs vom letzten Studioowerk "Scarsick" erklingen in ungewohnter Frische und Kraft. Daher sollte man bei der Anschaffung nicht zögern, zumal die 'Deleted Scenes' und die Coverbeschriftung mit gefaketen Kritikerzitaten den Humor der manchmal so düster wirkenden Schweden erahnen lassen. Für Proggies heißt es hier: Kaufrausch!

Frank Scheuermann






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