Reviews

Bloodline

Label: AFM Records (2008)

Wer auf guten Thrash Metal made in Germany steht, kam in der jüngeren Vergangenheit an Perzonal War nicht vorbei. Auch wenn die Truppe auf den ersten Alben noch wie eine Metallica Coverband mit eigenen Songs klang, bestachen die Jungs durchweg mit gutem Songmaterial und deuteten ihr Potential deutlich an. Mit "Bloodline" steht nun die nächste Veröffentlichung der Formation vor der Tür, mit der Perzonal War einen weiteren Schritt in Richtung mehr Eigenständigkeit unternehmen.

Das ihnen dies gelungen ist, daran lässt "Bloodline" nicht den geringsten Zweifel zu. Die elf Tracks verkörpern zwar nach wie vor den typischen straighten Stil der Truppe, zugleich beweisen die Jungs aber auch Mut zum Risiko und experimentieren. Dies führt des Öfteren zu purem Hörgenuss wie beispielsweise bei dem eingängigen 'Dead Meaning', das mit verzerrten Stimmustern daherkommt und moderne Einflüsse gekonnt mit dem melodischen Songgerüst kombiniert. Natürlich dominieren nach wie vor thrashige Songs das Album. So gibt's bei 'Two Borders' non stopp die pure Explosivität, erinnert der Opener 'Evolution' mit seinem Anfangsriffing an die göttlichen Grip Inc. und lässt 'All Sides Black' die Matte mal wieder ordentlich Schwung aufnehmen. Nichtsdestotrotz kommen bei diesem Riffgewitter vor allem melodiegetrieben Tracks wie das im Chorus genial einfache 'Dying Face' oder 'Utopia' genau richtig, bei dem übrigens Victor Smolski (Rage) einen Gastauftritt beisteuert. Nicht der einzige Promi: Mit Gus Chambers (Grip Inc.), Schmier (Destrcution) Manni Schmidt (Grave Digger) geben sich gleich reihenweise Gastmusiker die Ehre und verleihen dem Album eine zusätzliche individuelle Note. Erfreulicherweise klingt auch Frontmann Matthias Zimmer nicht mehr 100%-tig nach James Hetfield,, was der Truppe in punkto Eigenständigkeit zu Gute kommt. Zu meckern gibt's hier rein gar nix. Der Mut zum Risiko wurde belohnt und ergibt Summa Summarum eine herrliche Thrash / Powermetalkombination, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Oliver Bender






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