Reviews

The Tale Of Woe

Label: Progrock Records (2007)

Die Kalifornier von Puppet Show haben sich (zumindest in meinen Ohren) vor allem dem Erbe von Kansas verschrieben. Das mag vor allem daran liegen, dass mich die klasse Stimme von Jean Frazier nicht nur ein wenig an Steve Walsh erinnert - allerdings kommen auch deja-vus in Richtung Fish's Marillion auf. Die Produktion von "The Tale Of Woe" ist gelungen, obwohl man sich dabei ganz auf sich selbst verlassen hat. Aber immerhin war mit Terry Brown kein Geringerer als der Soundzauberer von Rush unmittelbar wenigstens am Mix beteiligt.

Vor allem Freunde raumgreifender Epen kommen beim neuen Scheibchen der symphonischen Rocker in hohem Maße auf ihre Kosten, befinden sich doch drei der Kompositionen im Bereich der 10+ Marke. Dabei wird man niemals mit instrumentalem Overkill und bizarren (sinnentleerten) Frickelorgien belastet - ganz im Gegenteil - Puppet Show verstehen es, Spannungskurven aufzubauen und sozusagen akustisches Kino zu produzieren. So folgt jeder Song seiner eigenen, inneren Dramaturgie. Als Beispiel sei hier nur das 14:17 dauernde 'The Seven Gentle Spirits' angeführt, bei dessen gut zweiminütigem Intro keine einzige Note verzichtbar erscheint. So finden sich packend arrangierte, drückend produzierte Symphonic und Progressive Rock Perlen auf dieser feinen Scheibe, die man sich als Fan vor allem in den 70er verwurzelter Klänge nicht entgehen lassen sollte!

Frank Scheuermann 






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