Reviews

'Tage Mahal

Label: Steamhammer (2004)

Nicht nur Savatage Gitarrist Chris Caffery sorgt in diesem Herbst für coole progressive Mucke, nein, auch Savatage Mastermind Jon Oliva bringt mit seiner neuen Combo Jon Oliva’s Pain ein richtig schönes Werk in die Läden. Während Mister Oliva mit Savatage um die halbe Welt kurven muss um neune Songs oder Ideen in die Tat umzusetzen hat er sich mit seinem neuen Projekt nur Musiker aus seiner näheren Umgebung ins Boot geholt, damit er jederzeit die Möglichkeit hat mit den Jungs zu jammen oder eine Blitztour zu veranstalten. Jon Oliva’s Pain ist lediglich ein weiteres Projekt des Multitalentes, die ohne Probleme neben seiner Hauptband Savatage existieren kann. Hören wir uns aber erst einmal seine neusten Kreationen, die unter dem Titel „’Tage Mahal“ erschienen sind an…

Jon Olivas zarte Stimmlage leitet das erste kleine Meisterwerk ‚The Dark’ wunderbar gefühlvoll ein, doch sobald die Gitarren einsetzen ist es mit der Ruhe vorbei. Kraftvoller Gesang wird mit den typisch musical-mäßigen Background Vocals unterlegt, hämmernde Gitarren und herrlich melodische Keyboardpassagen tun ihr Übriges, um dem Opener einen unvergleichlichen Klang zu verleihen. Aggressiver geht es da schon in ‚People Say - Gimme Some Hell’ zur Sache. Zwar kommen die Verses relativ entspannt rüber, aber im Refrain lässt Herr Oliva seinen Klangkörper vollends beben, die quietschenden Gitarrenriffs untermauern die aggressive Grundstimmung stilgerecht. Gewohnt pompöse Kost gibt es hingegen im dritten Track ‚Guardian Of Forever’ auf die Ohren. Hier passt der Begriff Epos, denn in diesem knapp achtminütigen Stück gibt es zwei zentrale Punkte: zum einen die lyrischen Passagen, die lediglich durch Keyboardspiel unterlegt sind und zum anderen die atmosphärische Untermalung der Situation durch instrumentale Zwischenspiele. Sobald beide Parts aufeinander treffen entsteht ein unglaubliches Klangerlebnis, das man wohl nur bei Jon Olivas Projekten in dieser Form zu hören bekommt. Mein persönlicher Favorit trägt den längsten Titel des Albums: ‚The Non Sensible Ravings Of The Lunatic Mind’. Hier werden sämtliche Ingredienzien der progressiven Musik in einen Song gesteckt und siehe da, es funktioniert. Seien es die Taktwechsel, die unglaublichen Soli, die genialen mehrstimmigen Gesangsarrangements oder die Garnierung durch den einen oder anderen Einspieler, jedes Element findet seinen Platz, da heißt es Mund abputzen und weiter im Takt. Bis zum einschließlich letzten Track ‚Fly Away’ wird die komplette Bandbreite Jon Oliva ausgeschöpft und bis auf das kleinste Detail perfekt zu einem Musikstück verschmolzen.

Was bleibt mir abschließend anderes übrig als die neue Schöpfung von Jon Oliva jedem wärmstens zu empfehlen, ein Fehlgriff ist definitiv ausgeschlossen.

Nils Manegold






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