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Götterlieder II

Label: Einheit Produktionen (2010)

Hier haben wir den zweiten Teil ihres ehren Ansinnens die Edda zu vertonen, ein hoch gestecktes Ziel welches aber akribisch verfolgt wird. All dies versehen mit der Kunst von Odrerir, mit ihren Melodiebögen aus dem Mittelalter und den dazugehörigen Instrumenten, in dem bewusst im Midtempo angelegten Sound. Aber nicht nur Midtempo, es gibt auch schnellere Parts, die dann richtig fetzig kommen und zum Tanzen bewegen, fast schon zwingen. Sprechgesang, Chorgesang - all dies um den Text zu vertonen, jeder Song ein Hinhörer mit so vielen kleinen Überraschungen versehen. Große und kleine Arrangements. Harte Gitarrensounds treffen auf Violine oder Mandoline. Dazu noch die teilweise fast dualisitsch anmutenden Gesangsparts von Natalie und ihren männlichen "Widersachern". Sinnliche Weiblichkeit trifft auf rohe Männlichkeit - bildhaft formuliert.

Obwohl diese CD nur sieben Songs beinhaltet kommt man trotzdem auf eine Spielzeit von über einer Stunde. Ein weiterer Ausdruck wie sehr man sich der Komposition hingegeben hat und ein Klangkonstrukt geschaffen hat, welches mit "imposant" recht gut und passend beschrieben ist.

Der für mich beste Song auf dem Album ist 'Des Thors Hammer Heimholung', fulminant in Text und Komposition, wobei hierdurch die anderen Songs nicht abgewertet werden sollen, denn auch sie wissen zu überzeugen. Siehe 'Idunas Äpfel', sein Sprechgesang fast schon Erzählcharakter, so könnte ich fortsetzen und versuchen alle versteckten "Geheimnisse", kompositorisch, zu erklären, zu kommentieren, zu verraten, was ich nicht will und werde.

Mein Tipp: Folgt dieser Einladung, hört euch dieses Album an, lasst euch entführen und verzaubern von dieser Klangkunst. Ein absolut geniales Album. Das Horn zum Gruße, den Kopf geneigt!

Car Sten






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