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The Very Best Of Osibisa

Label: Cadiz Music (2009)

Es war in London, Ende der 60er Jahre. Dort trafen sich Musiker aus Ghana und der Karibik. Sie beschlossen eine Band zu gründen, die sowohl afrikanische als auch karibische Wurzeln mit europäischen und amerikanischen Traditionen verbinden sollte. Das Ergebnis war progressiver Afrika-Funk mit jazzigen und rockigen Untertönen, dazu ein leichtes Lebensgefühl à la Trinidad. Die Band ergatterte dank ihres Management Vertrages mit Gerry Bron (Uriah Heep, Manfred Mann, Motörhead, Girlschool) bald darauf einen Plattenvertrag. Der damals gerade sehr angesagte Künstler Roger Dean entwarf sowohl das Bandlogo, das bis heute Verwendung findet, als auch die Covers zu den ersten drei Scheiben.

Dass man wie eine Bombe einschlug, lag auch an ihrer überbordenden Spielfreude. So schlugen sie von anderen Künstlern kaum Angebote aus, auf deren Platten für exquisiten Percussionwirbel zu sorgen. Am bekanntesten dürfte in dieser Hinsicht das göttliche Percussionfinale bei Uriah Heeps 'Look At Yourself' sein, bei dem drei Herren von Osibisa Ian Clark unterstützten. Kennzeichen der Band blieb durch alle Inkarnationen der massive Einsatz von Schlaginstrumenten jedweder Art. Jeder Instrumentalist in der Band, egal ob Gitarre, Orgel, Bass oder was auch immer das Hauptinstrument war, jeder tauschte ab und an alles gegen verschiedene Trommeln ein. Daher verkamen die Konzerte der Band sehr oft zu quasi Stammesritualen, die nicht nur die Musiker schweißtriefend zurückließen.

Cadiz Music veröffentlichen nun zum 40.Jahrestag der Veröffentlichung der Debütscheibe eine kompakte Werkschau der temperamentvollen Musiker. Dabei sind Hits wie 'Sunshine Day' oder 'Coffee Song' genauso vertreten wie anspruchsvolle Instrumentaljams. Die Musiker beweisen über die ganze Distanz, dass sie die legitimen Erfinder so genannter Weltmusik sind - und bis heute deren erfolgreichste Vertreter. Für alle geschmacksoffenen Menschen eine echte Bereicherung und ein kostengünstiger Einstieg in die Welt von Osibisa.

Frank Scheuermann






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