Reviews

RelixIV

Label: Regain Records (2005)

Was haben die New Yorker nicht schon alles für den gemeinen Metalfan getan, einige Göttergaben, wie etwa das erste Album „Feel The Fire“, sind nicht mehr aus gut sortierten Metalplattensammlungen herauszudenken. Auch die Veröffentlichungszahl von 13 LPs in 20 Jahren, wo die Qualität nicht selten mehr als ordentlich war, ist beachtlich. Zum zwanzigsten Geburtstag (im Bezug auf Veröffentlichungen, nicht auf die Bandgründung) gibt es Album Nr.14, „RelixIV“ betitelt. Warum das leider kein Grund zum feiern ist soll jetzt klar werden.
Overkill besitzen mit Bobbys Stimme ein Trademark, dass man mögen oder hassen kann, doch hier gibt es nichts zu meckern, die Stimme röhrt wie eh und je und ist einfach geil. Aber bereits in der Produktion gibt es Mängel, viel zu sauber und nur auf Druck ausgerichtet, so geht jedwedes Feeling im Song verloren. Ebenfalls in Bezug auf Feeling spielen Mängel im Songwriting eine wichtige Rolle, nahezu jeder Song klingt zusammengeschustert, hier mal ein nettes Riff, dann wieder Füllung, Übergänge sind nicht als solche zu erkennen, es bricht in den Songs, so dass eine Struktur im gesamten fehlt. Einzelne Parts sind richtig gut geraten, aber Songs bleiben nicht im Gedächtnis. Auch das fast durchgängige Midtempo trägt nicht zur Erhöhung der Qualität von „RelixIV“ bei. Das gesamte Album scheint nicht als solches komponiert worden zu sein, eher wie eine grobe Mindmap, erstmal alles draufschreiben. Die Enttäuschung ist daher groß, gerade wenn man sich die alten Werke im Vergleich anhört, die doch in einer ganz anderen Liga anzusiedeln sind. Eine nette Beigabe gibt es mit ‚Old School‘, im Infosheet als new yorker Hommage an die Ramones angekündigt, ist dieser Vergleich ziemlich faul. Zwar ist die Richtung Punk, aber nicht USA, hier ist eher Großbritannien mit The Exploited und den Sex Pistols als Hintergrund zu nennen, gelungen ist der Song trotzdem. Insgesamt kann die Band aber leider gar nicht überzeugen, mag sie auch wirklich live geil sein, dieses Album ist der klassische (Schnell?)Schuss in den Ofen. Alte Alben zulegen und Songs wie  ‚Rotten To The Core‘ lieben.

Christian Kremp






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