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Third World Genocide

Label: SPV (2005)

Die Herren aus New York haben sich ganz schön Zeit gelassen für ihr Comeback Album, seit drei Jahren reformiert und erst jetzt gibt es was neues. Jetzt steht „Third World Genocide“ und es fällt direkt auf, dass die geniale Coverartwork der achtziger Scheiben, wie „Game Over“ oder „Handle With Care“ bei weitem nicht erreicht wurde. Legt man die Scheibe dann ein setzt sich leider fort was das Cover andeutete, Einfallslosigkeit. Man holzt sich zwar im altbekannten hektischen leicht hardcorelastigen Stil durch den Thrash Wald, aber es gibt keine Knallersongs, alles plätschert in ordentlicher, moderner, aber nicht zu protziger Produktion von der Plastikscheibe. Der Gesang John Conellys ist zwar schon immer diskussionswürdig gewesen, doch der Wahnsinn der Achtziger ist aus seiner Stimme gewichen, so dass nur Geschrei überbleibt. Die Gitarren dudeln ohne große Riffideen durch die Songs und spielen unpassende melodische Soli in die Songs, die nicht sonderlich überzeugen können. Dann doch lieber dissonant bleiben. Danny Lilker setzt sich viel zu selten in Szene hat keine Soliparts am Bass, spielt meist die Gitarrenvorgabe mit, das ist alles nix. Schlagzeug ist normalo, manchmal etwas zu trocken, aber das war schon immer ein Nuclear Assault Trademark. Zu den Thrashsongs kommen noch ein Punksong, ‚Whine And Cheese‘, den man jeden Samstag in den Jugendzentren der Republik besser dargeboten bekommt, und ein Countrysong, ‚Long Haired Asshole‘, der textlich recht witzig ist, ansonsten Langeweile versprüht, hinzu. So bleibt im Endeffekt eine alte Band, die schon live diesen Sommer fürchterlich enttäuschte und jetzt nicht einmal mit dem Studioalbum Schadensbegrenzung betreiben kann. Dann doch besser aufhören und ein bisschen Undergroundlegende bleiben.

Christian Kremp






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