Reviews

Alive Again

Label: SPV (2003)

Die New Yorker sind schon ein schnatzes Völkchen. Gerade was Musik angeht quillt diese Stadt über vor coolen Leuten und Bands. Nuclear Assault sind auch eine davon. Mitte bis Ende der Achtziger veröffentlichte man einige geile Musik, die auch durch fantastische Albumcover, wie etwa bei „Survive“ gefiel. Danach wurde es in den Neunziger ruhig um die Truppe, bis man letztes Jahr live auf einigen Festivals, u.a. bei Wacken wieder auftrat.

Der Nuclear Assault Schädel ist auch wieder auf der neuen Platte, die passend zur letztjährigen Reunion veröffentlicht wird, verewigt. Der Name lässt bereits doppeldeutig darauf schließen, dass es das zweite Livealbum der Bandkarriere werden wird. Ein komplettes Studioalbum ist aber in Vorbereitung. Wer Nuclear Assault gerade auf der abgeschlossenen No Mercy Festivaltour gesehen hat, weiß wie intensiv deren Shows sind, aber auch dass der rohe, punkige Livesound viele Feinheiten der Alben verschluckt. Darum war ich auch äußerst verwundert, als ich die Silberplatte in den Schlitz des Players schob (wohin auch sonst?) und ein relativ klarer, druckvoller Sound aus den Boxen quoll; wenn da mal nicht nachbearbeitet wurde. Dennoch kommt das Livefeeling recht gut rüber und die Qualität des verwendeten Materials ist über jeden Zweifel erhaben. Wie ein Assault Konzert dauert auch die Platte nur knapp 40 hardcorige Minuten, worüber sich natürlich streiten lässt. Doch ‚Sin’, ‚Radiation Sickness’, ‚Brainwashed’ und ‚Critical Mass’, um nur einige Highlights zu nennen, entschädigen dafür. Gerade die Stimme von John Conelly ist einfach immer noch so genial aggressiv und hat nichts von ihrem Feeling verloren. Wo dieses Album genau entstanden ist, kann ich euch leider nicht sagen, aber die Klubatmosphäre ist auf jeden Fall zu greifen.

Grundsätzlich empfinde ich dieses Album jedoch als etwas zu wenig Gegenwert fürs teure Geld. Eher die alten Scheiben zum Midprice ordern oder auf LP (Stichwort coole Cover!) kaufen und auf das neue Studioalbum der Herren um Danny Lilker warten.

Christian Kremp






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