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Enter The Gate

Label: Massacre Records (2005)

Nachdem die Chroniken von Narnia (zumindest ein Teil) mittlerweile auch als Kinoversion verfilmt wurden, ist nun wohl auch vielen ein Lichtlein aufgegangen, was es mit den Alben der gleichnamigen schwedischen Metalband auf sich hatte. Die Band hatte bereits vor der Verfilmung ein Nässchen für den christlichen Stoff, stellt das brandneue Release „Enter The Gate“ immerhin schon das 5. Studioalbum dar. Wie gewohnt wurde das Cover auch wieder für Aslan reserviert (von dem wir ja jetzt wissen, wer das ist).

Auch wenn Narnia in der Vergangenheit zumindest textlich eine Menge zu bieten hatten, so konnte ich mich mit der Mucke der Schweden nie so recht anfreunden. Da fehlte letzte Pepp, die Songs klangen solide, aber zum Teil auch austauschbar. Spontan fällt mir jedenfalls kein Narnia Song ein, der bis heute im Gedächtnis haften blieb. Umso überraschter gehen die Schweden die neue Scheibe an. Bereits der Opener ,Into The Game’ gefällt durch mitreißende Melodien und ein gekonntes Wechselspiel zwischen den allgegenwärtigen Keyboards und den Gitarren, die mit einem schönen Solo den Auftakt verheißungsvoll angehen. Noch besser wird es mit dem folgenden ,People Of The Bloodred Cross’, dass zu diesem frühen Zeitpunkt das Highlight der Scheibe darstellt. Eine straighte und eingängige Powermetal-Nummer mit einem hervorragenden Chrous, die genau diese Art von Songs verkörpert, von denen ich bei Narnia gerne mehr hören würde. Ganz stark präsentiert sich auch ,Another World’, dass mit seinen stampfenden und treibenden Klängen musikalisch dem vorherigen Song komplett entgegen steht. Bestens aufgelegt ist bei diesem Album auch Sänger Christian Rivel, der dem Konzept der Band durch seine leidenschaftlichen Vocals ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit verleiht. Leider sinkt das Niveau der Scheibe spätestens ab Song Nr. 4, der insbesondere im Chrous in die Freedom Call Ecke abdriftet, wenn auch nicht ganz so extrem. Der Titelsong reiht sich dann nahtlos in die vorherigen Werke ein und bietet solide Hausmannskost. ,Take Me Home’ ist die obligatorische Ballade, die man mit einem Zitat meines früheren Lehrers gut beschreiben kann: „Nicht schlecht, aber auch nicht überragend.“ Von den restlichen Stücken kommt keines mehr an die Anfangsphase des Albums heran, am ehesten weiß hier noch ,This Is My Life’ zu gefallen, ein guter Melodic Metal Song, bei dem die Keys deutlich zurückgeschraubt wurden, sodass der Track etwas mehr Härte versprüht.

Stark angefangen, danach wieder in alte Gefilde verfallen. Alles in allem hält sich auch diesmal meine Begeisterung in Grenzen. „Enter The Gate“ ist eine solide Scheibe, die sich nahtlos in die bisherigen Bandalben einreiht.

Oliver Bender






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