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Drive the Knife DEEPER

Label: Folter Records (2013)


Knapp 30 Minuten sind vergleichsweise kurz. Gerade genug Zeit für 2-3 Werbepausen, ein kurzes Kaffeepäuschen … oder einen bombastischen Auftakt. Letzteren legen NIGHT OF THE WORLD hier hin, ein Trio aus Polen, das mit dieser EP den Einstand gibt. Schnörkelloser, klassischer Black Metal – nicht mehr und nicht weniger kann man erwarten.
Eine knappe Sekunde. Mehr Zeit gibt „Throatcrush“ dem Hörer nicht, um sich im Drumauftakt zu wiegen. Dann walzt sich – unterlegt von Ntr's düsterem Organ – die Metallwand über einen. Bemerkenswert allerdings ist, wie problemlos Sänger Ntr sich selbst in den kraftvollsten Instrumentpassagen Gehör verschaffen kann, ohne an Deutlichkeit zu verlieren. Selten habe ich die Texte eines Black Metal-Albums so gut verstanden. Dabei schafft er es, mit seiner Stimme dennoch pure Negativität und Bedrohlichkeit zu vermitteln.
Inhaltlich erwarten einen natürlich wenig Überraschungen: Angst, ja purer Horror, dem man sich nicht entgegenzustellen vermag – damit bleiben NIGHT OF THE WORLD den klassischen Motiven treu, wenngleich man anmerken muss, dass es den Texten dennoch nicht an Abwechslung mangelt.


Instrumental könnte man es knapp zusammenfassen: Brachial und schnell. Damit würde man den Herren an den Instrumenten (AM – Gitarre & Bass; ML – Drums) aber der Ehre zu wenig tun. Ja, es geht schnell und hart her, aber keinesfalls immer. Umso mehr Wirkung entfalten auch die wenigen langsameren Passagen, etwa in „Night of the World“ oder auch im abschließenden „The Serpent Within“. AM geht nicht den Weg des geringsten Widerstands und bietet eine Fülle von abwechslungsreichen Riffs, so dass sich kein bisschen Monotonie einstellt. Allenfalls am Bass lässt sich mäkeln, fällt der doch in einigen Parts etwas flach aus – ein wenig mehr Fülle hätte hier sicher gut getan.


Insgesamt ein gelungener Auftakt, man kann gespannt sein, wie das erste volle Album ausfallen wird.

Anspieltipps: Urbi et Orbi, Night of the World

Bewertung: 9/10

KoJe






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