Reviews

Orexis Of Death & Live

Label: Rise Above (1973/2010)

Da hat Lee Dorrian ja mal ein echtes Juwel ausgegraben: Die 70er Jahre Band Necromandus, die 1972 von keinem Geringeren als Black Sabbath's Tony Iommi entdeckt wurde. Er war von der Band so angetan, dass er sie zu sich nach Birmingham holte, ihnen Gigs besorgte und sie bei seiner damaligen Plattenfirma Vertigo (damals noch die extrem sammeltauglichen Swirl-Releases!) unterbrachte und sich gleich daran machte, deren Debütscheibe persönlich einzutrümmern als Produzent und Gastgitarrist. Alles war schon vorbereitet, sogar schon ein wundervoll gruseliges Cover für die Plattenhülle vorgesehen - und dann verschwanden die Bänder im Archiv.

Nun wurden vom Cathedral Sänger auf dessen privatem und extrem kultigen Label Rise Above diese Aufnahmen gehoben. Und es offenbart sich dem Hörer eine Musik, die zwar ganz ohne jeden Zweifel den 70er Jahren entspringt, die aber schon vieles von späteren Entwicklungen wie Doom Metal etc. vorausnimmt.

Mir ist es schlicht unbegreiflich, wie man ein solches Juwel fas 40 Jahre unter Verschluss halten konnte. Um die deutlich längere Spielzeit einer CD gegenüber der damals geplanten LP auszunutzen, wurde ein damals gemachter Live Mitschnitt mit auf die Platte gepackt. Darauf befinden sich auch Songs, die es vor Jahrzehnten nicht in die engere Songauswahl der "Orexis Of Death" LP geschafft haben aber trotzdem allemal hörenswert sind. Nicht nur für Paläontologen zu empfehlen!

Frank Scheuermann






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