Reviews

Nektar
Fortyfied

Label: Inakustik (2009)

Schon immer gehörten Nektar zu meinen absoluten Lieblingsbands der 70er Jahre. Und das liegt daran, dass sie meine beiden bevorzugten Musikrichtungen der damaligen Zeit in gleicher Weise repräsentieren: Progressive Rock und Hard Rock. Auf "Fortyfied", der Live Doppel CD zum 40. Bandjubiläum zeigt die Band um die beiden Gründungsmitglieder Roye Albrighton (vocals & guitars) und Ron Howden (drums), warum das so ist. Verträumte Passagen wechseln ab mit krachenden Stücken, die auch Deep Purple oder Led Zeppelin zur Ehre gereicht hätten. Nachdem wir in den letzten Jahren bereits mit zwei jeweils aktuellen Liveplatten verwöhnt worde sind ("Live" aus dem Jahr 2002 vom Nearfest in den USA und "Pure", die Live DVD vom Rockpalast Auftritt), wartet mit diesem netten Scheibchen ein gutes Stück Musikgeschichte auf uns, das durch einige neuere Stücke aufgewertet worden ist. In sehr gutem Klang bieten uns die vier Musiker ein mit großer Spielfreude eingespieltes Set mit den wichtigsten Songs der gesamten Karriere (okay, 'Good Day' hätte ich auch gerne einmal wiedergehört...). Stellt sich natürlich die Frage, ob "Fortyfied" zur absoluten Liveplatte in der Bandgeschichte werden kann. Und hier muss ich feststellen, dass es sehr starke Konkrrenz gibt. Denn an "Saturday Night At The Roundhouse", der Referenzscheibe von 1974, kommt sie nicht vorbei. Aber besser als "Live In New York" und die Nearfest Scheibe ist sie allemal.

Ich jedenfalls freue mich, dass Roye Albrighton nach seiner schweren Herzoperation vor etwa zehn Jahren an den Punkt gekommen ist, an dem er sich fragte: "Was ist in meinem Leben wirklich wichtig?" Und die Antwort lautete: Rock'n'Roll. Und dem widmet er sich seitdem mit voller Hingabe. Und was will man als Rocker oder Metaller mehr? Alleine schon aus diesem Grund: Pflichtkauf für alle, die auf grundehrliche Musik ohne kommerzielle Chance stehen!

Frank Scheuermann






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