Reviews

Nine-T-Nine
Keep The Flame Alive

Label: Eigenproduktion (2009)

Nine-T-Nine verfolgen ein Konzept, das sich an vornehmlich erwachsene Musikfreunde richtet, vor allem an solche, die in den 80er Jahren viel Radio gehört haben und deren Plattensammlung aus Scheiben von Saga, Journey, Foreigner und ähnlichen bestanden hat. Das versucht die Band mit ihrem handwerklich gediegenen Rock gar nicht erst zu verbergen. Schon bei den ersten Klängen der Keyboards ist die Marschrichtung klar. Da werden Türme aufgebaut und die Gitarre soliert sich durch Tastenkaskaden, dazu das eine oder andere Versatzstück aus der progressiven Sagaküche (nein, es ist keine Progscheibe, aber einzelne Breaks scheinen dort entlehnt zu sein) oder aus dem Umfeld von Asia. Übrigens klingt der Gesang über weite Strecken nach John Wetton an seinen nicht ganz so guten Tagen (das meine ich nicht böse, da Wetton an seinen guten Tagen zur Weltklasse zählt!). Damit wäre die etwa 62 Minuten dauernde CD ausreichend beschrieben. Sie ist bestimmt für Freunde der erwähnten Referenzen eine lohnende Anschaffung. Das absolute Highlight befindet sich allerdings fast am Ende und hört auf den Namen 'Shoreline'. Dabei werden die AOR Klischees verlassen und die Melodiebögen tönen eher nach Bob Seger und die Slidegitarren, die zu den akustischen Klampfen erklingen, lassen auf eine amerikanische Band schließen. Bei dieser Nummer denkt man gesanglich eher an Huey Lewis, was ja auch keine schlechte Hausnummer innerhalb des melodischen Rock ist. Nicht schlecht!

Frank Scheuermann






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