Reviews

XIII

Label: Universal (2003)

Eigentlich bin ich der total falsche Ansprechpartner für solche Art von Musik, hasse ich New Metal doch eigentlich wie die Pest. Sachen wie Schlimm Pissshit, Stinkin Fart und Slippkot gehen mir einfach nur gewaltig auf den Sack. Außerdem ist Hip Hop, also die Musik, die auf die beiden erstgenannten Bands einen gewissen Einfluß zu haben scheint, der letzte Dreck, basta!!! Da ich andererseits aber die alten Faith No More-Sachen über alles liebe, könnten zumindest Mushroomhead es schaffen, mich nicht gleich anzuekeln, war ich beim ersten Hördurchgang von „XIII“ doch ziemlich begeistert. Aber auch die folgenden Durchgänge überraschten mich positiv, so dass ich nicht mal mehr die Hippel Hoppel-Vocals in Songs wie beispielsweise ,Sun Doesn´t Rise’ als so extrem störend empfand. Auch das mich bei Bands wie Korn eher nervende Herumgebrülle, das sich im Falle Mushroomhead perfekt mit Mike Patton-mäßigen Vocals paart (‚Becoming Cold’) konnte mich nicht abschrecken, so dass ich sagen muß, dass nach der neuen Machine Head jetzt schon die zweite neumodische Platte mich positiv überraschen konnte.

Eigentlich ist es ziemlich schwer, „XIII“ zu beschreiben, mischt die Band doch gekonnt New Metal mit den oben erwähnten Faith No More-Einflüssen (‚Our Own Way’, das auch problemlos auf „Angel Dust“ gepasst hätte, sieht man mal von den Brüll-Vocals dazwischen ab, die sich vor allem bei den zahllosen Hooks und Melodien finden und einigen Industrial-Parts. Letztgenannte stechen besonders bei ‚One More Day’ hervor, erinnert mich der Song doch ab und an an metallische Massive Attack oder Björk zu „Post“-Zeiten. Also alles nix für engstirnige Metaller…sollte man jedenfalls meinen.

Aber die Abwechslung hat noch immer keine Grenzen: mit dem groovigen Härtner ‚The War Inside’ und dem Stakkato-Monster ‚Eternal’ werden dann auch mal Fans von Acts wie Soilwork und unverfrickelten Darkane versorgt - dürften zu absoluten Tanzflächen-Fegern avancieren! – während sich Kyuss-Fans die Finger nach einem Song wie ‚Almost Gone’ lecken dürften.

Den Vogel jedoch schießt der finale Titeltrack ab, ein von Schallplatten-Knistern und Babygebrabbel unterlegtes Keyboard-Instrumental, das in den Seal-Evergreen (es war doch Seal, oder!?) ‚Killer mündet’. Was für ein Hammer! Besser kann man Coverversionen eigentlich nicht machen!

Geiles Teil und (fast) uneingeschränkt zu empfehlen!

Michael Meyer






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