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L.D. 50

Label: EPIC (2001)

Vier Typen mit Schminke im Gesicht, die auf der Bühne eine sehr theatralische Show abliefern, ein Sänger der nicht nur schreien, sondern auch singen kann und ein wahnsinnig guter Bassist - das ist Mudvayne.

Ich kannte ein paar Lieder von Freunden, habe mir damals aber nicht viele Gedanken gemacht über diese Band mit dem außergewöhnlichen Namen. Dann war ich mit Freunden bei Rock Am Ring und wollte sie mir dort im Talent Forum dann doch mal ansehen. Ich war begeistert!!! Gut, die Show ist Geschmacksache. Ich würde gerne auf dieses ganze Drumherum verzichten, aber OK. Meine Freunde, die Mudvayne noch nicht kannten, ließen die Show über sich ergehen oder verließen das Zelt nach kurzer Zeit. Später hörten sie sich dann die CD an und plötzlich waren das nicht mehr nur irgendwelche komischen Typen mit Schminke im Gesicht, die eine Psycho-Show abziehen, sondern richtig gute Musiker, die wirklich was drauf haben. Kud (Vocals), Gurrg (Gitarre), sPaG (Schlagzeug) und ein befreundeter Bassist (Name irrelevant, da er nach 2 Jahren durch RyKnow ersetzt wurde) alle aus dem tristen Peoria / Illinois gründeten 1996 Mudvayne. 4 Jahre später erschien L.D. 50 das Debüt-Album der Band, wenn man das selbstveröffentlichte „Kill I Oughta“ als Demo-Scheibe wertet. Hilfe bei der Produktion bekamen sie von GGGarth Richardson (unter anderem Rage Against The Machine) und M. Shawn Craham alias ´Clown´ dem Perkussionist von Slipknot, mit denen Mudvayne im Frühjahr 2000 auf Tour waren. L.D. 50 das steht für Leathal Dosage 50, das ist eine medizinische Bezeichnung und stellt die Menge an Chemikalien dar, die den Tod von 50 aus 100 Testpersonen hervorruft. Nun ja und das oder zumindest so etwas ähnliches trifft wohl auch beim Hören ihrer CD ein. ‚Dig’ kennen einige von euch vielleicht schon aus dem Fernsehen, vor kurzem bekamen sie für das Video sogar den MTV2-Award, womit sie gegen Destineys Child und N'Sync gewannen. Wie ich finde ein Hammersong, größtenteils extrem harte Parts und nur ab und zu melodiöse Einlagen. Jedoch klingt nicht jedes Lied auf L.D. 50 wie ‚Dig’... . ‚Internal Primats Forever’ – allein der Name weißt schon auf etwas besonderes hin. Doch spätestens bei ‚–1’ und dem darauf folgendem ‚Death Bloom’ wird einem die Genialität dieser Band bewusst. Beide Songs erinnern stark an Tool und das im absolut positivem Sinne. ‚Cradle’ (zu deutsch Wiege) beginnt ganz sanft, bis es nach 30 Sekunden explodiert und wie aus dem Nichts wieder zurückfällt in diesen ´Schlaf-Kindlein-Schlaf´ - Part, also lasst euch nicht vom Anfang täuschen – das ist bestimmt kein Wiegenlied. Die meisten Stücke sind außergewöhnlich lang, ‚(K)now F(orever)’ geht ganze 7:06 Minuten und dazwischen liegen Songs die gerade mal 1 bis 2 Minuten dauern und eigentlich auch keine Songs sind, wie z.B. ‚Mutatis Mutardis’. Es erklingen seltsame Geräusche und das einzigste was ich irgendwie identifizieren kann ist ein klingeln, das die ganzen 1:43 Minuten zu hören ist. Also, falls ihr meine Meinung noch nicht rausgehört habt (kann das überhaupt sein?), dann will ich euch hier noch mal sagen, dass das ein wirklich gutes Album ist, das jede (Nu-)Metal-Liebhaber in seiner Sammlung haben sollte.

Verena Kuhn






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