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Deathrider

Label: Locomotive Music (2006)

Aufgrund internationaler Probleme mit ihrem früheren Namen „The Shitheadz“, heißen die fünf Jungs, die seit nunmehr sechs Jahren ihre Version des dirty rotten Rock’n’Roll unters langhaarige Volk bringen, Motorjesus. Die Riffs sind fett und treibend und lassen erahnen, warum man den Kerls schon den Support für Lemmys Barbarenhorde genauso angeboten hatte, wie für Scott Ians Milzbranderreger.

Der Sound ist in den ruhigeren Passagen durchaus transparent, allerdings steht das ultrahammerfette Rock’n’Roll-Brett eher auf dem Speiseplan, als Feinkost der filigranen Sorte. In einem Wort: „Deathrider“ rockt vom ersten Moment an wie Hölle und lässt keine Wünsche offen (okay, das waren 13 Wörter, aber who cares?). Das beginnt mit dem arschtretenden Opener ‚Legions Of Rock’ und setzt sich über das oberarschtretende ‚Destroyer’ mühelos fort, ehe es mit ‚10 Feet Under Ground’ etwas hymnischer wird. Bevor der Verdacht kommerziellen Ausverkaufs aufkommen kann, rückt der Titeltrack die Maßstäbe wieder zurecht. Um das Procedere abzukürzen: mit ‚The Undertaken’ nimmt man sich eine kurze Auszeit, danach gibt es in verschiedenen Varianten nur noch auffe Mütze.

Motorjesus beweisen mit ihrem Debüt, dass es durchaus auch in deutschen Landen möglich ist, den skandinavischen Rotzrockern Paroli zu bieten. Ich weiß nicht, was Ihr machen werdet, aber in meinem Cabrio wird „Deathrider“ einen Teil des Soundtracks zu diesem Sommer abgeben.

Frank Scheuermann






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