Reviews

25 Tab

Label: Steamhammer (2006)

Steamhammer, der neue Arbeitgeber von Monster Magnet, hat sich die Rechte an ein paar Klassikern der Jungs aus New Jersey gesichert. Nun kommen „25 Tab“ und „Spine Of God“, die beiden ersten Alben von Monster Magnet, wieder unter die Leute. Das damals noch sehr von Drogenkonsum kultivierte „25 Tab“ ist, im Gegensatz zu heutigen Werken, im Alternative Rock Genre angesiedelt. Um bis zum kommenden Album dieses Jahr, die Zeit etwas zu vertreiben, hat man den Fans „25 Tab“ neu aufgelegt um die musikalische Geschichte von Monster Magnet in ihrer Ganzheit zu begreifen.

Gut zweiunddreißig Minuten dauert der erste Track der Scheibe, der, soweit man das richtig versteht, aus ‚Tab…’ und ‚25’ besteht. Sphärische Klänge dröhnen aus den Boxen, dabei wirkt alles sehr psychedelisch, als ob man unter Drogen steht. Genau das standen Dave und Co wohl, als sie dieses Mammutwerk erschaffen haben. Der Track entwickelt sich langsam, aber deutlich. Er wird lauter und der „Gesang“ nimmt zu, wenn man die eingespielten, verschwommenen Rufe als solchen deuten kann. Irgendwann kommt es dann zu einem Höhepunkt, ab dem der gesamte musikalisch Aufbau abflacht und nur noch wilde Klänge den Raum beherrschen. Anschließend ist ‚Longhair’ mit seinen, vergleichsweise kurzen, zwölfeinhalb Minuten am Zug. Hier herrschen ein schnelleres Tempo und eine klare Struktur, auch wenn die Musik absichtlich verzerrt und verwaschen wird. Man erkennt die Ansätze, die Monster Magnet heute zur Perfektion gebracht hat, in ihrem Anfangsstadium. Dann kommt das beste Stück der Platte ‚Lord 13’. Klare Gitarren und der heutige Gesang von Dave Wyndorf. Drogeneinflüsse auf die Musik sind diesmal keine vorhanden. Rhythmisch stampft die Truppe zu ihrem damaligen Plattenende zu, denn damals war der letzte Track noch nicht mit dabei. Dieser Bonus der Neuauflage ist eine Liveversion des Titelstücks der Debütscheibe ‚Spine Of God’. Wer Monster Magnet schon mal auf einem Konzert gesehen hat, wird über die Qualität der Aufnahme nicht besonders begeistert sein, doch alte Raritäten haben ihren nostalgischen Wert.

Alte Fans, die die Platte schon besitzen, müssen nicht zugreifen, da der Bonus kein kaufkräftiges Argument ist. Fans neuerer Scheiben können gerne zugreifen, um sich ein Bild über die Karriere von Monster Magnet zu machen und ihre Sammlung zu vervollständigen.

Winfried Bulach






Musicload