- Son Of The South
- Moonlight Dancing On The Bayou
- I'm Ready For You
- Roadhouse Boogie
- Time Keeps Slipping Away
- Get In The Game
- Flames Are Burning
- Hell Has No Fury
- Gone In Sixty Seconds
- Behind The Bedroom Door
- No Stranger In The Darkness
- Rainbow Bridge
Label: SPV (2005)
Okay, fangen wir erst einmal mit den negativen Schlagzeilen an: Bobby Ingram's Frau verstarb überraschend letztes Jahr und auch Molly Hatchets Originalsänger Danny Joe Browns Lebensschiff strich in den letzten Monaten endgültig die Segel (nach langer schwerer Diabetes in Tateinheit mit regelmäßigem Jack Daniels-Konsum…). Nach alter Tradition gehen die Verstorbenen Krieger über die Regenbogenbrücke. Das ist denn auch die Inspiration für die neue Scheibe der Southern Boogie Legionäre.
Kommen wir nun zu den positiven Begleiterscheinungen: mit Dave Hlubek ist endlich wieder ein Gründungsmitglied an Bord und Molly Hatchet sind daher seit der aktuellen Tour keine Tribute Band mehr! Seine Rückkehr wirkt sich denn auch gleich positiv in Form von ultrakonservativer Gitarrenarbeit (viel Slide, Blues und Country) aus. Die Songs bieten das, was Molly Hatchet vor 30 Jahren zu Weltruhm geführt hat: schnörkelloser, zeitlos guter Hardrock in bester Südstaatentradition. Und wer dieses Genre kennt, der weiß, dass zwar die knackigen bier- und whiskeygetränkten Boogiesongs den Löwenanteil der Songs ausmachen, dass aber im Herzen einer jeden Southern Rockshow die pathetischen Herzergreifenden Balladen stehen. Spätestens mit Lynyrd Skynyrds ‚Free Bird' war diese Entwicklung absehbar, Molly Hatchet selbst lieferten 1983 mit dem Song ‚Fall Of The Peacemakers' ihr eigenes Meisterstück auf diesem Gebiet ab, an dem sich alle weiteren Balladen messen lassen müssen. Mit dem bärenstarken Titelstück ‚Rainbow Bridge' liefern sie nun den Beweis ab, dass auch ein Klassiker wie ‚Peacemakers' einmal bei einer Tournee ersetzt werden könnte.
Bleibt festzuhalten, dass Molly Hatchet nach dem endgültigen Aus für Blackfoot (mit dem Tod von deren Drummer Jackson "Thunderfoot" Spires) und dem Vorruhestand von Lynyrd Skynyrd die einzigen aus dem Süden sind, die es noch richtig krachen lassen! Also denn, rauf auf die Harleys rein mit der ekligen Jack Danielsbrühe und Molly Hatchet in den CD-Wechsler!
Frank Scheuermann