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Ready To Misguide A New Generation

Label: ZYX Music (2004)

Bereits 1993 begann die Geschichte von The Mobile Mob Freakshow. Martin Reinhagen und Mattias Bengtsson taten sich zusammen und nahmen eine 7” auf. Ein paar Monate später war die Band aus der Taufe gehoben. Es folgte das, laut Bandangaben legendäre, Debüt „Horror Freakshow“, welche einige gute Kritiken von großen Magazinen wie Flipside und Kerrang bekam. Es folgten die „Raving Dead EP“ und ein Besetzungswechsel an den Fellen. Nun war man bereit auf Tour zu gehen und sich ein paar Sporen zu verdienen. 1997 kamen ein neuer Plattenvertrag und eine neue Scheibe auf den Markt, doch dann wurde es still um die Band. Heute, sieben Jahre später, erblickt das dritte Album das Licht der Welt.

„Ready To Misguide A New Generation” hat etwas von Umbruch im Titel, der sich wohl in den sieben stillen Jahren vollzogen hat. Von Horror ist nicht mehr viel übrig als die etwas raue Stimme des Frontmanns. Ansonsten befindet sich The Mobile Mob Freakshow im Rocksektor und besitzt eine geringe Ähnlichkeit mit Motörhead, was vom schweren verstehen der Lyrics herrührt. Die Titel der Songs besagen, dass sie auf die Straße gehören, ‚Alcomotorman’ und ‚Tankride’ sind hierfür die besten Beispiele. Der Klang gestaltet sich passend dazu, Roadmovie ahoi. Je länger man das Album konsumiert und je höher der Alkoholpegel steigt, desto stärker wird die Ähnlichkeit zur Truppe vom Mr. Kilmister. ‚Bourbon And Boredom’ könnte sogar direkt aus dessen Feder stammen, was den Text und die Melodiegestaltung angeht. Das Ganze klingt jedoch natürlich, als ob die Gruppe ihr Leben lang nichts anderes getan hat, insofern kann man Martin Reinhagen und Mattias Bengtsson nicht des Plagiats bezichtigen. ‚Superslut’ hingegen deutet in eine andere Richtung, nämlich nach New Jersey zu Dave Wyndorf und seinen Monster Magnet. Eine kleine musikalische Ähnlichkeit kann man schon hören, aber um wirklich eine deutliche Verwandtschaft zu haben müssten die Jungs von The Mobile Mob Freakshow das Wort „Baby“ intensivst in ihre Texte einfließen lassen.

„Ready To Misguide A New Generation” könnte allen Fans von Motörhead gefallen, die auf rauen Gesang und handgemachten, wahren (Stoner)-Rock stehen.

Winfried Bulach






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