Reviews

Hollowed Be Thy Name

Label: SPV (2002)

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Mob Rules haben sich auf ihrem neuen Album einen Iron Maiden Song zur Brust genommen. Bei genauerem Betrachten stellt man jedoch fest, dass die Scheibe „Hollowed Be Thy Name“ und nicht Hallowed... (vom Maiden Album „Live After Death“) heißt, was jegliche Zweifel aus der Welt räumt, musikalisch verbindet die beiden Songs sowieso nichts, so viel dazu. Anno 1999 stieg der Stern von Mob Rules empor, die nach ihrem Debüt „Savage Land“ bereits als die neue deutsche Melodic Metal Hoffnung gefeiert wurden obwohl das Album doch einige Lücken in punkto Songwriting und Gesang aufwies. Das letzte Release „Temple Of Two Suns“ war da schon ein anderes Kaliber, mit dem sich die Band deutlich gereifter präsentierte. Unter neuem Label erscheint nun das dritte Album, welches die beiden bisherigen Scheiben eindeutig in den Schatten stellt. Die Kompositionen wirken bis ins letzte Detail ausgereift und sind noch eine ganze Ecke melodischer. Vor allem die Keyboard Arrangements haben deutlich zugenommen ohne die Songs zu einem Weichspüler verkommen zu lassen. Selbst schnellere Stücke wie ‚Ghost Town’ oder ‚Lord Of Madness’, die beide zu den absoluten Highlights der Scheibe zählen, profitieren von den gut dosierten Keys und verpassen den Songs den für die Band typischen epischen Charakter. Majestätische Klänge und hymnehaftige Rhythmen prägen den Sound der Norddeutschen, die ihre Stärken optimal zur Geltung bringen. Vor allem die epischen Midtempo Tracks wie der Titelsong oder ‚(In The Land Of) Wind And Rain’ begeistern durch ihre Vielfalt und Innovation. Enorm gemausert hat sich auch Sänger Klaus Dirks, dessen Vocals viel reifer klingen als noch zu „Savage Land“ Zeiten. Er bewältigt nun auch hohe Gesangspassagen mühelos und setzt seine weiche Stimme wesentlich besser ein. Soundtechnisch macht das Album ebenfalls einen guten Eidnruck, die Drums wurden im Gegensatz zum letzten Release etwas mehr in den Vordergrund gedrückt. Für den Song ,How The Gypsy Was Born’ konnte man Rage Sänger und Bassist Peavy Wagner gewinnen, der mit seiner tieferen rauen Stimme den optimalen Gegenpart zu Klaus Dirks bildet, Roland Grapow (Ex-Helloween) steuerte ebenfalls zu zwei Songs seine Gitarrenparts bei.

Mob Rules haben sich mit jedem Album enorm weiterentwickelt, sodass mit „Hollowed By Thy Name“ das bisherige Glanzstück der Band vorliegt, ein Muss für alle Melodic Metal Freunde.

Oliver Bender