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Catharsis Theory

Label: Finest Noise (2005)

„Album Nummer Zwei” schallt es aus der Oberpfalz, der Heimat von Mindjuice. 1998 aus der Taufe gehoben war es ein weiter Weg bis zu „Catharsis Theory“. Kurz nach der Gründung spielte man schon den ersten Gig auf den bis heute mehr als 150 folgen sollten. Nach zwei selbstproduzierten EPs, die gute Kritiken bekamen machte man sich an sein Debüt „…To Be Continued“. Um die Karriere anzukurbeln war die Teilnahme am Emergenza Pflicht. Zweimal war man dabei, wobei das erste Mal das Regiofinale und das zweite Mal gar das Europafinale mit anschließendem 5. Platz (von 23) drin war.

Die Band bezeichnet sich als Nu Metal Gruppe doch was man als erstes aus den Boxen vernimmt, klingt eher nach Hardcore, denn die Schreiereien von Frontsau Winni Rudrof sprechen eine eindeutige Sprache. Doch der Schein trügt und so sitzt man kurze Zeit später verdutzt vor seiner Anlage, denn klare Vocals, die eher aus Richtung Emo kommen verbreiten sich im Raum. ‚Pig Apple’ wirkt eher wirr und progressiv, nicht strukturiert wie Nu Metal. Beim Weiterhören bewahrheitet sich die Aussage des Promozettels, dass sich die Musik aus Nu Metal und Emocore zusammensetzt. Diese Mischung ist ungewöhnlich und vielleicht kommt auch daher der eher schlechte Eindruck, den man von „Catharsis Theory“ gewinnt. Hier und da sind ohne Frage gute Ansätze vorhanden, die man als Genre passend bezeichnen kann, doch stets wird dieser Eindruck durch den Einfluss des jeweils anderen Genres zerstört. Stückwerk ist wohl der Nahe liegende Begriff mit dem man die Songs bezeichnen kann, denn wie aus einem Guss klingt völlig anders.

Bleibt zu hoffen, dass der Erstling besser war (keine Emocore Einflüsse) und die Band sich wieder auf ihre Wurzeln besinnt. Vielleicht ist auch die aktuell erscheinende Akustik Platte der Truppe besser als „Catharsis Theory“. Lieber Finger weg!

Winfried Bulach






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