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Journey Of A Rough Diamond

Label: Frontiers Records (2004)

Mind Key erblickte bereits im Jahre 1999 das Licht der Welt und erspielte sich seitdem einen recht ansehnlichen Ruf in der Clubszene Neapels. Im Juli 2000 gab es mit „Welcome To Another Reality“ die erste Veröffentlichung dieser Prog-Formation zu bewundern. Die Reaktionen der begutachtenden Medien waren durchweg positiv, so dass es nur noch ein Frage der Zeit war einen Plattendeal zu erhalten. Mit Frontiers Records haben Mind Key wohl einen perfekten Partner gefunden, denn Band und Label sind beide in Neapel Ansässig. Mal schauen ob die heimische Idylle der Band geholfen hat ein gelungenes Debüt hinzulegen…

Gleich zu Beginn werden die gespitzten Ohren mit wunderbaren Keyboard-Gitarren-Duellen verwöhnt, ehe sich der Opener ‚Secret Dream’ zu einem typischen Porg.-Knaller Marke Symphony X entwickelt. Neben klassischen balladesken Klavier-Einlagen bestimmen jedoch schwere Gitarrenriffs und das ein oder andere Soli das Gesamtbild des ersten Songs. Track Nummer zwei (‚Love Remains The Same’) steckt ebenfalls voller Überraschungen. Zum Großteil kommt aggressiv-progressive Musik aus den Boxen, die durch die Vocals leicht bedrohlich rüberkommt, der Refrain ist allerdings ganz dem Titel angepasst und kommt recht verträumt daher, Parallelen zu Van Halen der 80er Jahre sind nicht von der Hand zu weisen. Auch ‚Deep Inside’ erinnert im Großen und Ganzen an eine andere „große“ Band, Enchant. Ein herrlich melodisch-progressiver Rocksong, dem lediglich die enorm gefühlsbetonten Gesangslinien von Ted Leonard zu fehlen scheinen, da Marco Basiles Vocals wohl noch nicht soweit fortgeschritten sind, um die nötigen Feinheiten in seine Stimme zu legen. ‚Memory Calling’ oder ‚Without Ann’ entsprechen da schon eher seiner Kragenweite, denn in diesen beiden Balladen passt seine Stimme einfach wie maßgeschneidert ins Klangbild. Grandios sind vor allem die mehrstimmigen Gesangspassagen in ‚Without Ann’, die stellenweise sehr stark an Savatage erinnern. Der Zweiteiler ‚Waiting For The Answer’ schließt das Erstlingswerk der Italiener standesgemäß ab. Der instrumentale erste Teil (‚Soul Voyager’) stellt nochmals ihre Fingerfertigkeit, sowie ihre progressive Ader in den Vordergrund und der finale zweite Teil (‚The Zero Dimension’) zeigt eindrucksvoll das progressive Musik unheimlich melodisch und eingängig sein kann. Ein durch und durch geklungenes Finale.

Nichts desto trotz bleibt ein fader Nachgeschmack erhalten, da fast jeder einzelne Song ein Pendant in Sachen Klangfarbe in der nun nicht ganz so großen Prog-Szene besitzt. Einen Tick mehr Eigenständigkeit kann man schon verlangen. Dennoch überwiegen die positiven Eigenschaften der Band, so dass man Mind Key ein gelungenes Debüt bestätigen kann.

Nils Manegold






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