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St. Anger

Label: Universal (2003)

Teile, Teile und nochmals Teile. Nicht, dass die Teile nicht grooven, hart sind, reinhauen und viele viele positive Eigenschaften mehr haben - es sind ja genug - aber man muss das neue Album von Metallica schon oft hören, um die elf neuen Songs durch bloßes reinhören wirklich voneinander unterscheiden zu können. Metallica-Fans dürfen wie schon bei „Load“ und „Reload“ wieder ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Diesmal geht es musikalisch aber eher back to the roots mit superschnellen an „Ride the Lightening“ oder „Kill Em All“-Zeiten erinnernden Riffs. Neu an Metallicas Musik sind aber die auffallend oft eingesetzten punkigen Drums, der Sprechgesang, der in so ziemlich allen Variationen von Frage-Antwort-Gesang bis mystisch New Metal durchgearbeitet wird, der gnadenlose Masseneinsatz von verschrobenen Rhythmen á la Dream Theater und unter anderem Rob Trujillo am Bass (Ex-Suicidal Tendencies, Ex-Ozzy). Letzterer ist aber nur auf der beiliegenden DVD zu sehen / hören, auf der die Songs des Albums nochmal live von Metallica gespielt werden, denn Produzent Bob Rock zupfte angeblich den Bass im Studio. Wer auf Meisterwerke nach „Master Of Puppets“ oder ‚One’-art gewartet hat wird wohl wieder enttäuscht werden, denn Metallica thrashen in ihren neuen Songs los was das Zeug hält und denken nicht daran, zwischen Chorus, Strophe und den erwähnten tausend Teilen pro Lied einer Melodie oder gar einem harmonischen Mehrgitarrensolo nach alter Art auch nur einen Takt zu gönnen. Insgesamt wirkt „St.Anger“ eher ein wenig unkompakt und man muss sich vor allem an Ohrwurmfetzen gewöhnen. Dennoch - oder gerade deshalb - gilt dieses Album als empfehlenswert, da Metallica wieder einmal ihre Kreativität und ihr Können absolut unter Beweis gestellt haben, obwohl dies nicht nötig war.
 
Fazit: gewöhnungsbedürftig aber hörenswert.

Gastredakteur






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