Reviews

The Weight Of The World

Label: SPV (2004)

Nach dem letzten Ärgernis der Band, in Bezug auf die Qualität der Scheibe recht großkotzig betitelten „Masterpeace“ (meisterlich war an der Platte gar nix!) und dem erneuten Rausschmiss von David ‚Reverend’ Wayne wurde es recht still um die Truppe, die mit ihren ersten beiden Alben „Metal Church“ und „The Dark“ ein Stück Metal-Geschichte geschrieben hatte. Trotz zahlreichem Ausstieg aus der (Metall-) Kirche warteten nicht wenige Fans lange Zeit auf ein neues Lebenszeichen von Kurdt Vanderhoof und seinen Spießgesellen. Jetzt, mit erneuertem Line-Up (u.a. Sänger Ronny Munroe und ex-Malice-Saitenquäler Jay Reynolds) und nach einem furiosen Auftritt auf dem diesjährigen Rock Hard-Festival steht endlich „Weight Of The World“, das mittlerweile achte (die Live-Scheibe mitgerechnet) in den Läden und man darf gespannt sein, was einen erwartet. Kann die Scheibe Meisterwerke wie „The Human Factor“ oder „Blessing In Disguise“ toppen oder gar an einen Klassiker wie das oben erwähnte „The Dark“ ranreichen? Kann Neuzugang Munroe den leider etwas unterbewerteten Mike Howe ersetzen oder gar David Wayne vergessen machen? Um ganz ehrlich zu sein Leute, nix von alledem! Weder erreicht der auf der Bühne überzeugende neue Frontmann auf dem Album das stimmliche Volumen von Howe oder gar das Charisma von Wayne, noch sind auf „Weight Of The World“ Klassiker-Anwärter vom Schlage eines ‚Beyond The Black’, ‚Start The Fire’, ‚Watch The Children Play’ oder ‚Fake Healer’ zu finden.

Um jetzt nicht jedem sehnsüchtig auf dieses Album wartenden Metal Head die Laune zu vermiesen und der Band Unrecht zu tun, muss dazu gesagt werden, dass aber auch nicht der Tiefpunkt eines „Masterpeace“ erreicht wird und die Songs ordentlich rocken und sogar ein paar richtige Hits am Start stehen, wie das ordentlich nach vorne galloppierende ‚Hero’s Soul’ oder das schleppende von Akustik-Klampfen begleitete ‚Sunless Sky’. Sowieso gewinnt die Scheibe meiner Meinung nach ab der ersten Hälfte gewaltig an Fahrt und kann mit den letzten vier Songs ‚Wings Of Tomorrow’ (cooler Stakkato-Kracher), ‚dem recht ruhigen ‚Time Will Tell’, ‚Bomb To Drop’ (das - obwohl von Vanderhoof geschrieben - ziemlich an Jay Reynold’s alte Göttercombo erinnert) und ‚Blood Money’ dann auch vollends überzeugen.

Weniger überzeugend ist jedoch die old-schoolige (diesmal ausnahmsweise negativ gemeint) Produktion ausgefallen, die mangels Druck den Songs viel von ihrer Härte nimmt und dem Namen Metal Church wenig bis kaum gerecht wird. Würde mich mal interessieren, wo da der Vorschuss der Plattenfirma wieder hingeflossen ist!

Um es abschließend kurz zusammenzufassen: kein Meilenstein, aber trotz unterirdischem Soundgewand eine solide Rückkehr ins Leben. Welcome back, boys!!!

Michael Meyer






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