Reviews

Messiah
Hymn To Abramelin

Label: Massacre Records (2002)

Nichts komplett Neues haben wir hier, sondern ein Rerelease des Messiah Debüts von 1986. Der Dreier aus dem Land der dicken Konten, der Uhren und der Altherren Nationalliga war auch damals eher eine Undergroundband, die nur in gewissen Kreisen Kultstatus genoss. Warum bloß?
 
Die Band spielte eine wüste Mischung aus Death, Thrash und auch Black Metal, welche damals noch nicht so streng voneinander getrennt waren wie heute. Der Sänger „Tschösi“ ging auch recht derb ab und kreischte sich bis zum geht nicht mehr die Seele aus dem Leib. Musikalisch sollte ein urwüchsiger Punkeinfluss vielleicht nicht unerwähnt bleiben, entscheidend ist aber die Produktion. Diese klingt für unsere Abyss und was-weiß-ich-noch-was-verwöhnten Ohren zwar scheiße, andererseits liegt darin der eigentliche (authentische) Reiz des Ganzen. Natürlich holpert es und die Jungs können Dream Theater technisch keine Konkurrenz machen, aber sie haben ein feines Gespür für einfache und gute Riffs wie auch Songarrangements. Auch das Schlagzeug klingt nur geil. Da gibt es keine Doublebassattacken, sondern nur göttlich simples Uffta-Uffta Drumming und Geknüppel. Allgemein gesprochen könnte man eine Mischung aus German Thrash und alten Celtic Frost (als Schweizer Band eigentlich klar) als Ursuppe für diese Combo ausmachen.

Hinzu kommen vor jedem regulären Song Zitate von berühmten Persönlichkeiten wie z.B. Busch (nicht Bush) und Shakespeare. Als Rerelease-Schmankerl werden zudem noch vier unreleased Tracks in allerdings noch bescheidenerer Tonqualität zugegeben. Von Höhe- oder Tiefpunkten in punkto Songqualität kann man nicht sprechen, alles auf gleichem gutem Niveau. Und ich kann mir nicht helfen, ich finds cool.

Christian Kremp






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