Reviews

Messiah
Extreme Cold Weather

Label: Massacre Records (2002)

Und noch einmal Messiah. Auch das zweite Album der Schweizer wurde von Massacre neu aufgelegt und erhält von mir direkt 10 Bonuspunkte für Titel und Cover. War das Debüt noch undergroundig, spartanisch nur mit Bandlogo und Titel auf schwarz aufgemacht, tanzt hier der Eisbär bei extrem kaltem Wetter.

Musikalisch zeigt die Band eine größere Reife in den Kompositionen und auch an den Instrumenten. Sänger „Tschösi“ erinnert mich oft an Attila Csihar (Ex-Mayhem) und dessen Band Tormentor zu „Seventh Day Of Doom“ und „Anno Domini“-Zeiten. Thrash mit Black angereichert, wobei immer wieder deutsche Thrasher wie Assassin und Deathrow durchscheinen. Die typische Hektik, Rhythmik und das wilde Solospiel sind klar in dieser Zeit verwurzelt und der Großvater aus dem keltischen Forst schaut immer noch über die Schulter. Allerdings sind nun auch wesentlich mehr atmosphärische Parts in die Songs (z.B. ‚Hyper Borea’ - der Titel ist, glaube ich, aus Conanbüchern) eingebunden worden, die etwas mehr Zeit als noch auf dem Debüt geben, um Luft zu holen. Titel wie ‚Radezky March - We Hate To Be In The Army Now’ zeigen, wie auch das Cover, das man als harte Metal Band nicht nur misanthropisch und depressiv im stillen Kämmerlein sitzen muss, sondern auch mal witzig sein kann. ‚Johannes Paul der Letzte - In Hate To Pope John Paul II’ und ‚Mother Theresa - Dedicated In Love To Mother Theresa’ sind Knaller, die ebenfalls Sarkasmus erkennen lassen. Natürlich gibt es wieder Bonustracks, diesmal Liveaufnahmen von Konzerten, wie jeder sie kennt; Kultige Mucke, scheiß Sound, 30 Leute, viel Alk und Spaß. Soundmäßig eher mäßig, sind die Songs zumindest nett zu hören.

Und nachdem ich im Fernsehen die Werbung der neuen Bravo Nu-Rock gesehen habe, sage ich: „Hier ist die amtliche CD auf massivem Konfrontationskurs!!“. Hell Yeah! Full striking Metal Inferno!

Christian Kremp






Rock & Pop Tickets bei www.eventim.de