Reviews

Barely Human

Label: Escapi Music Group (2004)

Boston ist die Heimat dieses Fünfers, der seit Mitte der Achtziger sein Unwesen im Heavy Metal treibt, nach Split, der aufgrund der Grungewelle in den Neunzigern zustande kam (Aussage Band auf der 2. CD), ist man nun zum zweiten Mal im neuen Jahrtausend am Start. „Barely Human“ wird als Doppel CD veröffentlicht, CD 2 enthält das (in Deutschland) unveröffentlichte 1992 Demo „Unfinished Business“ und ein Interview. Wichtig scheint dennoch CD 1, die guten, harten Heavy Metal mit einigen Thrash-Versatzstücken kombiniert. Druckvoll produziert, getragen von Mike Munros prägnanter Stimme entstand ein Album, das zwar etwas klischeehaft daherkommt, aber unbestreitbare Qualitäten besitzt. Die Balance zwischen Eingängigkeit, Melodie und Härte besonders bei den Gitarren (aber auch Schlagzeug), die wohl am deutlichsten bei ‚Invincible‘ zum Tragen kommt, macht die Scheibe dann auch durchgängig zum Hörspaß. Gerade das Traditionelle dieser Musik gemischt mit Munros Stimme, die noch Eier und sogar gelegentlich etwas Erde besitzt, machen die Musik von Meliah Rage aus. Rock Einflüsse im Sound, sowie kein nerviges Quietschen der Stimme, sind nette Widerlegungen der gängigen Heavy Klischees. Der Zugang ist schnell gefunden, die Refrains, gerade der Titeltrack, sind Ohrwürmer, die jedem Heavy Fan rein laufen müssten. Zudem verstehen es die Amis die Grenze zum Kitsch in den softeren Parts locker zu umschiffen, einzig ‚Ungodly‘ und ‚Hell Song‘ fallen in dieser Hinsicht ab. Mit ‚Rigid‘ stellt hingegen einen Knaller dar, der zusammen mit dem Titeltrack das Highlight bildet. So entstand insgesamt ein gutes Album, das nicht neu, aber gut ist. Heavy Metal der hart wie auch durchdacht und melodisch zu überzeugen weiß. Fans dieser Sparte sind am Zug.

Die Bonus CD zeigt denn auch den Sprung der Band, da hier wesentlich ungehobelter und grober zu Werke gegangen wird. Auch die guten Ideen des neuen Albums zeigen sich hier deutlicher im Unterschied zum Demo. Nettes Beiwerk, aber „Barely Human“ ist das Argument.

Christian Kremp






Musicload