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Mecca
Mecca

Label: Frontiers Records (2002)

Man nehme Foreigner, Toto ein Prise Survivor, vermenge das mit einem Hauch von späteren Boston und schmecke es mit einem Schuss Little River Band ab und fertig ist....Mecca. Dabei handelt es sich also keineswegs um die heiligste Stätte des Islam, vielmehr fühlt sich der Rezensent beim Anhören an die musikalische Radiowüste der 80er Jahre erinnert. Das liegt gar nicht so sehr daran, dass diese neue Kapelle mit ihrem Debüt schlechte Musik abgeliefert hätte. Dafür sind die Mitglieder dieses Ensembles einfach handwerklich zu gut, handelt es sich doch um altgediente Hasen an der melodischen Rockfront, schließlich war der Bassist David Hungate Gründungsmitglied der Power-Pop Formation Toto und der Hauptsongwriter Jim Peterik am Entstehungsprozess von Alben der Namen Sammy Hagar, 38 Special (nicht die Bikerzeit, sondern später!) und Survivor beteiligt. Auf der instrumentalen Seite ist also alles im grünen Bereich. Nur denkt man beim Anhören unweigerlich an Aufzüge, Hotelfoyers und Supermärkte. Dabei könnte die Scheibe wirklich rocken. Das machen Mecca bei all den Songs deutlich, bei denen die Gitarre etwas dominanter zum Tragen kommt, z.B. dem Opener ‚Velocitized’ und ‚Wishing Well’. Andere Nummern verfügen durchaus auch über eine schöne Dynamik oder eine atmosphärische Grundstimmung (‚Close That Gap’). Man wird aber trotz dessen über die gesamte Spielzeit den Verdacht nicht los, dass es sich bei Mecca um ein reines Studioprojekt von Profimusikern handelt, die ihr Repertoire niemals auf Bühnentauglichkeit überprüft haben. Natürlich gibt es Menschen, die auf diese Mucke stehen. Vor allem Anhänger der obengenannten Bands sollten einmal ein Ohr riskieren. Für den gemeinen Metaller (metallicus vulgaris) ist diese CD nichts.

Frank Scheuermann






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