Reviews

Massacra
Apocalyptic Warriors Pt.1

Label: Rusty Diamonds (2002)

Die Franzosen sollte man ja eigentlich zumindest dem Namen nach kennen und zudem wissen, dass es diese Band nicht mehr gibt. Zu Beginn der Neunziger veröffentlichte die Band allerdings fünf Alben, die nun nur noch als Secondhand oder bei kleinen Mailordern erhältlich sind. Daher macht diese remasterte Veröffentlichung eigentlich Sinn. Nur die Zusammenstellung (laut Info aus den ersten drei Alben) ist irgendwie seltsam: Das komplette dritte Album „Sign Of Decline“, sowie die ersten fünf Tracks des zweiten Albums „Enjoy The Violence“.

Na ja was soll’s, die Qualität steht außer Frage. Extrem geiler, schneller Death Metal mit Thrash Schlagseite sollte den Stil am Besten beschreiben. Der Gesang, nicht zu tief und schön aggressiv, garniert den schnieken Moshcocktail. Denn, und genau das ist das Manko vieler aktueller Bands, Massacra schaffen es immer schnelle und nachvollziehbare Songs zu schreiben, die nicht im Schlagzeuggetrümmer untergehen. Außerdem sind sich die Songs zwar ähnlich, besitzen aber jene so oft vermisste Variationsbreite im Stil selbst. Technisch vielleicht gar nicht so perfekt, haben Massacra aber die Fähigkeit einfach geile, abgefahrene Rhythmen zu schreiben. Allgemein gesprochen erscheint mir die Band oft wie eine leichter zu konsumierende Version von Sadus, der Stammband von Steve DiGeorgio.

Insgesamt gibt es exakt 57 Minuten 22 Sekunden herrlich sägende Gitarren auf die Ohren, die sich für Nicht-Kenner und Nicht-Haber trotz der seltsamen Songauswahl lohnen; vielleicht beinhaltet Teil 2 ja das erste Album und den Rest des Zweiten. Bleibt noch zu sagen, dass das Cover wohl erotisch sein soll, allerdings eher an abgehärmte, bescheuerte Mittvierziger Schnepfen erinnert. Zum Glück kann man das Cover aber umdrehen. Letzte Info, der Barcode 4011777300329.

Christian Kremp






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