Reviews

8 Deadly Sins

Label: Massacre Records (2004)

Zugegeben, diese dänische Band sagte mir bis dato gar nichts. Den Namen hätte ich eher mit einem Monsterfilm à la „Tarantula - Angriff der Riesenspinne“ in Verbindung gebracht als mit einer Metal Band. Aber wie mich der Beipackzettel belehrt, existiert die Combo nun schon seit 7 Jahren und strebt mit „8 Deadly Sins“ ihrer 4. Veröffentlichung entgegen. Hierbei scheinen die Dänen ein Fable für Konzeptstories zu haben. Der Vorgänger „Hyperion“ nahm sich der Science Fiction Saga „The Hyperion Cantos“ an, dass aktuelle Release reflektiert das Leben eines Mannes, der auf dem Sterbebett liegt und hierbei seine Sünden offenbart. Interessanterweise wurden die Tracks auf der Rückseite mit Jahreszahlen versehen, was die Chronologie der Thematik schön aufbereitet.

Was bei Manticora sofort auffällt, ist die spielerische Klasse der Band. Obwohl die Combo auch schon einige Line Up Wechsel zu verzeichnen hat, spürt man in jeder Minute das harmonische Zusammenwirken der einzelnen Musiker, ähnlich einem präzise arbeitenden Uhrwerk. Stilistisch verarbeiten die Dänen ein breites Spektrum an Elementen in ihrer Musik. Der Opener ‚King Of The Absurd’ sowie der atmosphärische Touch der restlichen Songs zeigen Parallelen zu Balance Of Power auf, die spielerisch ebenfalls auf einem hohen Level agieren. Die Songs wirken teilweise düster, mit leichten Gothic Einflüssen, auf der anderen Seite aber auch sehr viele Thrash Passagen, die ordentlich in den Hintern treten. Die Melancholie der Stücke entsteht größtenteils durch die Keys, die sich optimal in das Konzept der Story einfügen und bestens mit Gitarrist Kristian Larsen harmonieren. Die progressiven Anleihen sind jederzeit spürbar, dennoch sind die Songs recht eingängig und überfordern den Zuhörer nicht. Ein großes Kompliment geht ebenfalls an Sänger Lars F. Larsen, der über eine fantastische Stimme verfügt und ebenso in der Lage ist, die Songs emotional zu interpretieren wie dies ein John K. (Balance Of Power) oder auch Matthew Barlow (ehemals Iced Earth) tun. Unterstützt wird der Fronter von mächtigen Chören, die zumeist im Refrain gewaltig aus den Boxen rauschen. Obwohl das ganze Album auf einem hohen Level angesiedelt ist, möchte ich als Lauschprobe ‚It Felt Like The End’ empfehlen: 7:27 geballte Power mit allen Finessen, die Manticora ausmachen. Eine exzellente Produktion tut ihr übriges, um dem hervorragenden Gesamtbild die Krone aufzusetzen.

„8 Deadly Sins“ darf in keiner Metal Sammlung fehlen. Das hoch gelobte Vorgängeralbum hat einen würdigen Nachfolger gefunden. Pflichtkauf!

Oliver Bender






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