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Live At Tralfamadore

Label: Virgin Music (2006)

Norwegen, vor allem für seine zahlreichen metallischen Künstler bekannt, ist die Heimat von Madrugada. Die Rockband um Frontmann Sivert kann auf gut 10 Jahre Geschichte und 4 Studioalben zurückschauen ohne sich für irgendetwas zu schämen, denn sie hatten einigen Erfolg. In ihrer Heimat sind die Jungs gefeierte Helden, was sie mit dem Release dieser Platte in Norwegen wieder einmal unter Beweis gestellt haben. Nur 12 Tage nach der Aufnahme im ausverkauften Osloer Spektrum kam die Scheibe in den Handel und stürmte prompt Platz 1 der heimatlichen Charts. Platin war nur eine Sache von wenigen Tagen, doch nun kommt „Live At Tralfamadore“ auch ins restliche Europa um seinen Siegeszug fortzusetzen.

Dafür dass nur so wenig Zeit zwischen Event und Release stand, ist die Qualität mehr als gut. Die Livestimmung zwischen den Songs hätte vielleicht ein wenig kräftiger eingefangen werden können, doch in sich ist das Tonbild sehr stimmig. Bereits bei ‚Majesty’ läuft einem die Gänsehaut über den Rücken, wenn man sich 8000 Fans vorstellt, die alle ihre Feuerzeuge aus der Tasche holen und im Rhythmus der Ballade schwingen lassen. Glasklar, als ob die Band im eigenen Wohnzimmer spielen würde, präsentiert sich ebenfalls ‚On Your Side’ das etwas weg vom sehr balladenlastigen Set hin zu mehr rockigen klängen geht. Doch das ist nur der Anfang, denn die Band baut die Stimmung während des Konzertes langsam aber deutlich auf die sich dann während ‚Seven Seconds’ und dem Cover ‚Mother Of Earth’ sehr energetisch entlädt. Danach wird es mit dem knapp siebeneinhalb minütigen ‚Black Mambo’ wieder etwas entspannter, doch das Publikum klatscht weiterhin lautstark Beifall ohne irgendetwas an Kraft verloren zu haben. Wer denkt, nach ‚Sail Away’, was mit elf Minuten das längste Werk der Liveplatte ist, wäre alles vorbei, der irrt. Der Platz auf einer CD hat einfach nicht gereicht und so dachten sich die Norweger, sie geben ihren Fans einfach noch einen Silberling mit auf den Weg. Auf dem zweiten Tonträger finden sich drei weitere Songs und irgendwie hat das etwas von einer Zugabe, die die Band seinen Zuschauern spendiert. Da die knapp 90 Minuten Musik die beiden Datenträger nicht wirklich bis zum Rand füllt haben sie noch einen Player spendiert, der es möglich macht die kopiergeschützte Musik auch auf dem Rechner anzuhören.

Ein gutes Livealbum von einer guten Rockband, das allerdings nichts für Metalheads, sondern eher für Freunde sanfterer Klänge, ist. Die Stimmung ist auf jeden Fall atemberaubend.

Winfried Bulach






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