Reviews

Bad Magic

Label: UDR (2015)

40 Jahre! Ich kanns nicht glauben! Lemmy, der Heilige des Rock'n'Roll, hält seine Band nun schon seit 40 Jahren zusammen. Zum Jubiläum erschein mit "Bad Magic" die vermutlich beste Motörhead Scheibe seit meinem Favoriten "Inferno". Und was uns Lemmy, Phil Campbell und Mickey Dee hier kredenzen, ist wirklich geilster Motör-Rock'n'Roll der Extraklasse. 

Im Vorfeld war man ja ein wenig verunsichert, vor allem weil die Meldungen über Lemmys Gesundheitszustand seit Jahren immer dramatischere Ausmaße annehmen. Sicher, er wird wohl immer häufiger Konzerte abbrechen oder komplett absagen müssen - davon ist auszugehen. Die Frage war: Kann die Band das Level und den Adrenalinpegel wenigstens im Studio hoch halten?

Zumindest diese Frage ist jetzt abschließend geklärt! Und wie! "Bad Magic" tritt richtig Arsch. Schon seit längerer Zeit sind die punkigen Wurzeln im Sound von Motörhead nicht mehr so deutlich hervorgetreten. Und das, obwohl man sich Queens Brian May als Gast mit ins Studio geholt hat und auch wieder einmal mit einer echten Ballade aufwarten kann. Mit "Electricity" hat man eine Nummer am Start, die ein ebenbürtiger Nachfolger der anderthalb Minuten Hymne "R.A.M.O.N.E.S" werden könnte: Kurz, knackig, auf den Punkt - und schon rum!

Zum Ende hin kommt mal wieder eine Coverversion. "Sympathy For The Devil" klingt so, als hätten Lemmy & Co diesen Stones-Klassiker aus dem Rock'n'Roll Himmel genommen, ihn in die Hölle hinabgeworfen und dort auf jeder Seite zwei Minuten angebraten. Hell yeah!

Lasst uns hoffen, dass Lemmy noch eine Weile durchhält, damit dies nicht der Schwanengesang einer der wichtigsten Bands der Rockgeschichte wird.

Frank Scheuermann

10/10 






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