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Aftershock

Label: Warner Music (2013)

Durch mittlerweile fast vier Dekaden hat es der kultigste aller Frontmänner in der gesamten Welt populärer Musik geschafft, und trotz aller gesundheitlichen Probleme steht Lemmy noch! Andere hätten sich erst einmal ein paar Jahre auskuriert und dem Körper Ruhe gegönnt. Nicht so Herr Kilmister. Noch während schwerster Krankheit entert er mit Phil und Mickey das Studio und spielt mal nicht so nebenbei seinen Schwanengesang ein, sondern das beste Motörhead Album seit "Inferno"! Hut ab!

Die drei Jungs legen los, als müssten sie der Welt noch irgend etwas beweisen, was diese nicht schon längst wüsste. Was mich besonders erfreut, ist die musikalische Bandbreite, mit der das Trio hier zu Werke geht. Von klassischen Motörrocker, die ohne Umwege auf die 12 geben, bis hin zu echtem Blues und sogar mal wieder einer Ballade. Gut, Blues und Ballade klingen so, als hätte sie Lemmy persönlich in die Hölle geschleppt, um sie auf beiden seiten ein paar Minuten anzubraten. Ich kann von diesem genialen Werk derzeit gar nicht genug bekommen. Allerdings stellt man sich in der Zwischenzeit die Frage, ob denn überhaupt irgendwer in absehbarer Zukunft Lemmy beerben könne, denn schließlich hähert er sich in immer größeren Schritten der 70! Wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich da auf weiter Flur niemanden.

Werden wir von Lemmy irgenwann einmal ein altersweises und vor allem altersmildes Werk zu hören bekommen? Hargh, hargh, hargh, never ever! Selbst mit 100 wird er noch mehr rocken als die meisten mit 21! Long live Lemmy, long live Motörhead!

Frank Scheuermann

12/10 (kleiner Scherz!)






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