Reviews

McKennitt, Loreena
The Wind That Shakes The Barley

Label: Quinlan Road Ltd. (2010)

In den letzten Jahren hat sich die Kanadierin Loreena McKennitt mit ihren keltischen Wurzeln sehr weit auf den Weg gemacht. Die Folge davon waren Ausflüge und längere Verweilzeiten in orientalischen Gefilden und im östlichen Mittelmeerraum. Diese musikalischen Exkursionen haben sich in ihrem Output der vergangenen Dekade sehr deutlich abgezeichnet. Natürlich kamen auch traditionell keltische Instrumente oder gar alte britische Weihnachtslieder nicht zu kurz. Allerdings war eine Akzentverschiebung nicht von der Hand zu weisen.

Nun kehrt Loreena McKennitt aber nach Hause zurück. "The Wind That Shakes The Barley" ist eine solch wundervoll keltische Scheibe geworden, dass man nach dem Anhören fest davon überzeugt ist, dass hinterm nächsten Zaun Blumenelfen stecken, hinterm Baum ein Leprechaun sitzt und jeden Moment Frodo Beutlin nebst Gefährten ums Eck kommt. Und da der keltischen Musik eine gewisse Melancholie innewohnt, ist das genau das richtige Oeuvre für einen grauen Herbsttag. Dabei beginnt die Scheibe mit 'As I Roved Out' noch recht schwungvoll. Die wundervoll atmorphärisch dicht interpretierten Lieder 'On A Bright May Morning' und das erst gemütlich beginnende, später fast schon stampfende 'Brian Boru's March' weisen den Weg auf die grüne Insel. Und das ist hier auch im Wortsinne gemeint. Denn bis auf eine Nummer sind es ausschließlich traditionelle iro-schottische Lieder, die hier zu Gehör gebracht werden.

Alle, die den Herrn der Ringe Soundtracks, Enya oder auch Blackmore's Night (bäh!) etwas abgewinnen können, sollte sich auch "The Wind That Shakes The Barley" unbedingt einmal anhören. Eine wundervolle Scheibe, die Ruhe und Kraft ausstrahlt.

Frank Scheuermann






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