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Portrait Of A Porcelain Doll

Label: SPV (2009)

Mely, das ist die Kurzform von Melancholy, also Schwermut. Außerdem ist es der Name einer österreichischen Band, meines Wissens nach aus Kärnten. Und wer auf Kapellen vom Schlage Anathemas steht, der liegt mit dieser zweiten Scheibe unserer alpinen Nachbarn goldrichtig. Die Songs klingen allesamt durchkomponiert und tönen mit mächtig viel Gefühl aus den Boxen. Dabei möchten diese Musiker ganz offensichtlich lieber Klanglandschaften strukturieren als eng umfasste Songs zu schreiben. Das gelingt überaus gut und beeindruckend. Schon das Debütwerk „Leave And Enter Empty Rooms“ wusste über die gesamte Spielzeit von über einer Stunde voll zu überzeugen. Die neun neuen Stücke schließen genau dort an, wo der anspruchsvolle Düsterrock mit leicht progressiven Anleihen schon vor zwei Jahren geendet hatte.

Dabei besticht vor allem der kunstvoll gewebte Teppich aus Keyboards und satten Gitarren. Intelligente Arrangements heben die Songs aus der Masse der Veröffentlichungen heraus. Für mich eine willkommene Abwechslung und eine schöne Überraschung. Demnächst ist die Truppe auch für ein paar Konzerte in Deutschland. Lasst sie Euch in Würzburg (20.3.09) Berlin (24.3.09) oder Hamm (28.3.09) nicht entgehen.

Frank Scheuermann






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