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Albedo Adaption

Label: H'Art (2009)

Skandinavien. Genauer: Schweden. Genre: Progressive Metal. Aber nicht  Schiene. Eher Tool oder die metallischen Sachen von King Crimson. Über sieben, zumeist raumgreifende Stücke, entführen die Schweden ihre Zuhörer in andere Welten. Zutiefst komplexe Kompositionen, die trotzdem niemals ein Mindestmaß an griffigen Melodien vermissen lassen, können die Jünger des progressiven Genres sicherlich begeistern, zumal ich zumindest die Schnauze voll hebe von technisch versierten Griffbrettwichsern, die mit stundenlangem Skalengedudel nicht wirklich progressiver sind als der Musikantenstadel auf Kokain.

Verstörenden Soundcollagen wechseln sich ab mit elegischen Passagen, die von der manischen Stimme eines charismatischen Sängers veredelt werden. Alles also im grünen Bereich? Leider nicht ganz. Ohne jetzt nörgeln zu wollen: Was sich der Produzent und die Leute am Mischpult beim Schlagzeugsound gedacht haben wird mir immer ein Rätsel bleiben. Genau genommen ist es vor allem die Snare, die klingt, als würde der kleine Oskar aus "Die Blechtrommel" seinem Hobby nachgehen. Das ist billig und zerstört phasenweise den Eindruck der an sich wundervollen Musik. Also: Mein Tip lautet: Neuer Schlagzeugmix und fertig ist eine richtig gute Progressive CD.

Frank Scheuermann






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