Reviews

Testimonium

Label: Hall Of Sermon (2017)

Dieses Album von Lacrimosa, das eine Art vertonter Nachruf darstellt, es ist einigen zuletzt verstorbenen Musikern gewidmet, denen sich Tilo Wolf verbunden sieht, die auch sein Schaffen beeinflusst haben, wie z.B. David Bowies Wandlungsfähigkeit oder Leonhard Cohen’s Tiefe und Melancholie. Gerade letzteres ist ja eine der Stärken die Lacrimosa schon von jeher ausmachte, so auch bei diesem Album, natürlich, möchte man fasst zurufen …
 
Das Album ist wie eine schöne Tragödie aufgebaut, in vier Akte. Im ersten wird auf das Thema hingeführt bzw. eingeführt. Gefühlvoll, getragen, aber die Melancholie ist deutlich spürbar. Intensiver, direkter, härter, durch den Einsatz von Distortion-Gitarren, eine gewisse Verschmitzheit bei den Kompositionen, aber auch die üblichen Breaks, das Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Entschleunigung. Die Verwendung von klassischen Instrumenten, Violine, Bratsche etc. in Kombination oder abwechselnd mit Strominstrumenten. Das dualistische Gesangsprinzip, male und female. Man nähert sich der Klimax, dem Höhepunkt, dem großen Knall, dem Ort wo alles hin soll, dem Höhepunkt und genauso opulent wird dieser Weg auch musikalisch beschritten. Beim Abgesang, dem vierten Akt, der abfallenden Handlung, folgt die Beruhigung und die Erklärung dessen was passiert ist, der Weg zum Ende. Wie ihr seht kann es bei diesem Album keinen Lauschtipp, denn dieser würde aus dem Gesamtkonzept und –zusammenhang gerissen werden.
 
Mein Tipp: Das stärkste Album von Lacrimosa seit vielen vielen Jahren. Alle Trades die Lacrimosa ausmachten sind hier gebündelt in vier Akten und zehn sehr starken Songs, wobei die Melancholie überwiegt. Die Pommesgabel zum Gruße!!!
 
10/10
 
Car Sten






Musicload