Reviews

The Edge Of Infinity

Label: Frontiers Records (2006)

Pathetische Songs mit leicht orchestralem Anstrich und progressive-poppiger Ausrichtung sind zuweilen echt charmant. Im gleichen Fahrwasser tummeln sich die Schweizer von Lunatica mit ihrer dritten Veröffentlichung.

Dabei muss man den Instrumentalisten und der Produktion durchaus Klasse zugestehen, die Sounds sind perfekt aufeinander abgestimmt, die Arrangements durchaus im Bereich Bundesliga angesiedelt. ABER: die Gesangsmelodien klingen wie Outtakes aus Sally Oldfield und (noch schlimmer!) Blackmore's Night Sessions. Das ist nicht zwingend die Schuld der Chanteuse Andrea Dätwyler, die zugegeben ein wenig nasal singt. Vielmehr liegt es an der Art der Melodieführung. Alles klingt eher gewollt, kein bisschen spontan. Dabei fräsen sich Melodien mit solcher Penetranz in die Gehörgänge, dass man schon nach einem halben Durchlauf fürchtet, Ohrenkrebs zu bekommen. Das kann man allerdings -je nach Standpunkt- auch als Vorteil verbuchen. Dabei wissen schnellere Songs wie z.B. "Sons Of The Wind" in den Instrumentalpassagen durchaus zu überzeugen. Aber insgesamt muss man festhalten, dass ein Original wie Lana Lane deutlich mehr Klasse hat. Nur für die Leute geeignet, die wirklich alle Veröffentlichungen aus diesem Genre benötigen.

Frank Scheuermann






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