Reviews

Lost Soul
Ubermensch

Label: Osmose Productions (2003)

Da lässt der Titel, auch wenn die Striche auf dem „U” vergessen wurden, doch vermuten, dass den Polen der Herr Nietzsche nicht völlig fremd sein kann. Mit dem neuen Album starten sie laut Info den zweiten Angriff auf die Metalwelt und auf den Thron von Vader. Na ja, dafür müssen sie noch üben. Die Produktion ist zwar durchaus gelungen, aber musikalisch kommt doch nur Mittelmaß.

Geht man auf die polnische Szene im Allgemeinen ein, so zeichnet sie sich seit Jahren durch ein starkes Abkupfern / Anbiedern bei der amerikanischen Death Metal Szene aus, eine Entwicklung die neuerdings scheinbar auch die polnische Außenpolitik bestimmt. Aber lassen wir das. Lost Soul geben jedoch auch musikalisch einfach zu wenig her. Da wird geblastet bis zum geht nicht mehr, dann gebreakt, kurz gerhythmt und dann wieder Feuer frei. Herr Grunz und Growl macht das ganz gut, hat aber irgendwie kein Gesicht. Hier fehlen Merkmale (Bemerk mal was!), Dinge, die nur diese Band so spielt. Technisch ist das ganz toll und anerkennungswürdig, aber es fehlt der Drive, das unbändige Tier, das den Metal ausmacht. Fans von amerikanischem / polnischem Death Metal können die Scheibe mal anhören, aber ansonsten ist das leider Ausschussware, auch wenn das Cover von Herrn Wisniewski, der schon Vader und Marduk zur Hand ging, gezeichnet wurde. Es kommt eben doch auf die inneren Werte an!

Christian Kremp






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