Reviews

Handmade Music

Label: Made in Germany (MIG) (2011)

Er gilt in seiner Umgebung als Troublemaker, einer, der gerne mal auf den Putz haut und auch in einer Kneipe keiner Schlägerei aus dem Weg geht. Schon so manche Nacht hat der nicht allzu betagte Musiker schon Bekanntschaft mit Ausnüchterungszellen gemacht. Aber - und hier kommt meine persönliche Erfahrung ins Spiel - er ist ein überaus kurzweiliger und durchaus geistreicher und liebenswerter Geschichtenerzähler.

Mit seinem neuesten Streich "Handmade Music", geht er ein wenig gediegener mit seinem Talent um. Hier steht nach wie vor die großartige Gitarrenarbeit im Zentrum, aber er ist zumindest an dieser Stelle erwachsener geworden. Will heißen: Er spielt nicht mehr jeden freien Quadratmillimeter mit Unsummen an Tönen voll. Vielmehr kümmert er sich jetzt um das Ausarbeiten seiner Songs. Dabei hat er in viel höherem Maße als bisher seiner Stimme Gewicht verliehen. Und das kommt seiner Musik sehr zugute.

Wer Lance Lopez, den netten Übergeichtigen, noch nicht kennt, dem kann man ihn getrost als eine Mischung aus ZZ Top, Johnny Winter und Stevie Ray Vaughan mit einem kleinen Schuss Warren Haynes beschreiben. Damit liegt man wohl im Kern richtig. Es wird Blues im feinsten Texasstil genauso zelebriert wie harter Rock und coole Boogie-Attacken. Bedenkt man also wieder einmal den Plattentitel, dann ist der Name absolut richtig gewählt. Bleibt zu hoffen, dass Lance Lopez für seine ehrliche, handgemachte Musik ein Publikum findet, das seiner würdig ist.

Frank Scheuermann






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