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Cardboard Robots

Label: Eigenproduktion (2005)

LipService kommen aus Trier. 2002 hat sich die Band gegründet, doch richtig aktiv auf dem Musikmarkt wurden sie erst dieses Jahr. Nachdem sie ihren Beitrag zum Rocko Del Schlacko Sampler geleistet haben, nahmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand. Ein in Eigenproduktion erstelltes Album soll den Winkel des Karrierewegs nun deutlich nach oben ändern, damit die Vier mit der „kleinen billigen Hure“ (O-Ton des Promozettels), dem Musikbusiness, ins Bett steigen können.

Die Mischung aus Gitarrenpop, Punk und Rockmusik ist irgendwie ungewöhnlich und doch eingängig. Die im Text eingebauten Schreie, Frauenstimme und der Refrain machen schon den ersten Song irgendwie zu einem Ohrwurm. Doch dann lässt das Album etwas nach, denn es fehlt ein wenig die Abwechslung im Sound, sieht man mal von den langsamen Parts in ‚Red Shift’ ab, die sich zum Beispiel angenehm hervortun. ‚DSD’ hat was von Rock’n’Roll, nach 30 Sekunden wird man dann ein wenig überrascht, denn es kommt eine eigenwillige Konstruktion in den Takt hinein, doch da der Titel ohnehin etwas kurz ist, wirkt sich das nicht so stark aus. Insgesamt haben alle Werke etwas Punk Attitüde, denn sie sind, bis auf den letzten Track, alle kürzer als drei Minuten. Bewundernswert, wenn die Band es schafft sich in der kurzen Zeit auszudrücken, doch manchmal möchte man ein wenig mehr Refrain und nicht den fliegenden Wechsel. Der letzte Titel gefällt mir am besten, da er etwas langsamer und melodischer ist als der Rest des Albums ist.

Ein guter Schlusspunkt macht noch kein gutes Album, doch das Potential ist da. Wenn ein erfahrener Producer oder eine andere Band den Jungs ein wenig bei der Produktion der nächsten Platte helfen könnte, kann es vielleicht der gewünschte „große Wurf“ werden.

Winfried Bulach






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