Reviews

Paranoid Circus

Label: Intergroove (2010)

Bislang ist diese Band spurlos an mir vorüber gegangen. Und das ist gelinde gesagt unverzeihlich. Wunderschöne Musik mit folkloristischem Touch, vor allem an keltische Motive angelehnt, mit weiblichem Gesang, leichten Farbtupfern aus Rock, Metal und Gothic, dazu etwas Pathos des progressive Rock. Diese Band ist unglaublich nah an meinen absoluten Lieblingen dieser Spielweise: Mostly Autumn. Natürlich schimmert hier auch ein ordentlicher Kanten Loreen McKennitt durch, aber das empfinde ich denn auch nicht wirklich als Todsünde...

Die Songs verbreiten eine wundervolle herbstliche Melancholie - Melancholie, nicht Depression. Gespeist wird diese Musik aus dem Quell der Erkenntnis, dass das Leben sich in Zyklen abspielt, in natürlichen Rhythmen und Zeitenabfolgen.

Nett erscheint mir die Idee, zuweilen erzählerische Momente in deutscher Sprache einzubauen, die ein wenig an Lesungen der Gebrüder Grimm oder anderer romantischer Autoren erinnern. Obwohl der Grundduktus entspannt ist, sind die zumeist mit sanfter Stimme (gerne auch mehrstimmig) vorgetragenen Stücke äußerst kraftvoll und versprühen so viel Atmosphäre, dass man sich Lyriel als Komponisten der Filmmusik zum Herr der Ringe Prequel "Der kleine Hobbit" wünscht.

Fazit: Eine grandiose Scheibe, deren Vorgängerwerke ich auch demnächst zu besitzen hoffe.

Frank Scheuermann






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