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Rotten: No Irish, No Blacks, No Dogs

Label: Saint Martin's Press (1995)

John Lydon aka. Johnny Rotten, Großvater des Punks, beschreibt in seiner Biographie äußerst kritisch und zynisch über die verschiedensten Stadien seines unglaublichen Lebens. Mit seinem typisch ironischem Humor beschreibt er erst seine Kindheit in einer irischen Arbeiterfamilie und wie er mit sieben Jahren fast an Meningitis gestorben wäre. 

Weiters erzählt er von seiner Jugend, in der er schnell merkte, dass er sich nicht an die Gesellschaft anpassen will, weshalb er sich immer mehr durch sein Erscheinungsbild abgrenzte. Eines Tages betrat er den Kleidungsshop von Malcom McLaren und Vivienne Westwood, welche gerade auf der Suche nach einem Sänger für ihre Band waren. Sofort fiel ihnen der durchgeknallte Johnny Rotten auf, den sie kurz entschlossen zu einem Casting einluden. Dies war der Beginn der berühmt berüchtigten Sex Pistols.

Im den weiteren Kapiteln beschreibt John die Zusammenarbeit mit der Band, die ersten Auftritte und die Reaktion der Leute auf die Sex Pistols. Meist schreibt John darüber, dass er den anderen Bandmitgliedern und vor allem ihrem Manager Malcom McLaren gegenüber sehr überlegen war. Als Glen Matlock die Band daraufhin verlies, brachte John seinen besten Freund Sid Vicious in die Band. Dieser kam mit dem Rockstarleben offenbar nicht klar, rutschte daher immer in die Drogenszene ab und war somit einer der Gründe warum die Band 1978 auseinanderbrach.

Jedoch gab es hierfür auch andere Gründe, wie zum Beispiel ständige Streitereien zwischen den Bandmitgliedern und das äußerst selbstbezogene Verhalten von McLaren, der das gesamte Geld für sich selbst einzog.

Johnny Rotten erzählt all seine Erlebnisse äußerst ehrlich und ohne Zensur. Man hat förmlich das Gefühl selbst live dabei zu sein und selbst von den Fans gefeiert, aber auch von den Kritikern gehasst zu werden. Um seine Ausführungen zu unterstützen hat Johnny auch immer wieder Kommentare von anderen Autoren, ob es nun ehemalige Bandkollegen oder andere Musiker sind, mit einbezogen.

Meiner Meinung nach wurde das ganze Punkleben in den 80er Jahren immer wieder romantisiert. Johnny Rotten zeigt uns jedoch die ganze Wahrheit, mit allen Drogen und Alkoholeskapaden und Problemen mit der Polizei oder besorgten Eltern. Auch die damalige Geldnot der Sex Pistols mag für viele Personen neu sein. Da ihr Manager über ihre Finanzen bestimmte, konnten sich die Bandmitglieder gerade mal ein verdrecktes Zimmer leisten.

In wenigen Worten würde ich dieses Buch als ehrlich, authentisch, sarkastisch, ironisch und äußerst humorvoll bezeichnen.
"Ever get the feeling you've been cheated?" Mit diesem Buch sicher nicht!

Kerstin Gross






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