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Ever Changing Times

Label: Frontiers Records (2008)

Nachdem Steve Lukather seit nunmehr über dreißig Jahren regelmäßig Scheiben für die Melodic Rock Institution Toto vom Stapel lässt und sich ganz nebenbei als "Gun For Hire" bei anderen Künstlern von Michael Jackson bis Alice Cooper verdingt, packt ihn der musikalische Ehrgeiz alle paar Jahre einmal, wenn er dann Soloscheiben raushauen kann, die weder einem zu engen Bandkonzept noch den konkreten Vorgaben eines Arbeitgebers folgen müssen. Das macht für Musikkritiker und Freunde anspruchsvoller Musik genau diese Scheiben so interessant (gemäß dem Motto: "Wie klingt eigentlich ein guter Musiker, wenn er gerade nicht seine Brötchen verdient, sondern ein reines Spaßprojekt verfolgt?").

Manchmal geht so etwas amtlich in die Hose, bei Steve Lukather hingegen nicht. Allerdings muss man schon eine große stilistische Aufgeschlossenheit mitbringen. Von Blues und Jazz über Pop hin zu härteren Songs pflegt das Toto Mastermind so ziemlich alles zu kultivieren, was die amerikanische Musikwelt der letzten hundert Jahre zu bieten hatte. Dabei setzt er alle die Stile dermaßen cool und mit leichter Hand in Szene, dass man das eine um das andere Mal mit der Zunge schnalzen möchte.

Dabei stellt er seine brillanten Gitarrensoli nicht ins Zentrum seines Schaffens, sondern platziert sie songdienlich in großartigen Arrangements. Als Beispiel möge hier der Titelsong dienen. Die klassische Steve Lukather Ballade, die niemals fehlen darf wird bei 'Never Ending Nights' überaus gefühlvoll inszeniert. Und mit 'New World' hat man einen weiteren echten Höhepunkt am Start.

Für alle seine Fans ist diese Platte absolut empfehlenswert, sowohl für die Solo- als auch Toto-Anhänger.

Frank Scheuermann 






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