Reviews

Red Planet Boulevard

Label: Frontiers Records (2007)

Lana Lane ist uns allen mit vielen Veröffentlichungen in den letzten Jahren als die "Queen Of Symphonic Rock" in Erinnerung. Kennzeichen ihrer Platten waren bisher immer ausufernde Arrangements, hart an der Grenze zur Überproduktion. Dass es bislang immer noch auf der Seite der Geschmackssicherheit blieb, war vermutlich das Verdienst ihres Lebensgefährten und Keyboarders Erik Norlander. Grundsätzlich hat sich auch auf "Red Planet Boulevard" daran nicht viel geändert. Lediglich die manchmal etwas dick aufgetragenen Arrangements wurden deutlich zurückgenommen. Das Resultat hinterlässt einen leicht zwiespältigen Eindruck. Einerseits wirkt es sich auf die Songs positiv aus, da jetzt erstmals ein annähernd echtes Live-Feeling entsteht, bei dem die Nummern etwas mehr nach Hardrock klingen, andererseits ist die Produktion dieses Mal so spartanisch, dass man glaubt, es mit einer ganz jungen Band zu tun zu haben, die sich noch kein hochklassiges Equipment leisten kann.

Den Songs indes tut dies nicht unbedingt einen Abbruch. Sie werden auf der sicherlich anstehenden Tour vermutlich deutlich knackiger aus den Boxen krachen als auf der Studioscheibe.

Für mich der gelungenste Track ist das Titelstück, das (erstaunlicherweise am Albumende) den Part erfüllt, den eine amtliche Ouvertüre zu Beginn einer Oper erfüllt, nämlich den Hörer mit angedeuteten Melodiebögen auf die kommenden Songs einzustimmen. Hier handelt es sich dann eher um eine Reprise. Diesen Gedanken fand ich schon bei Alice Coopers Klassiker "School's Out" (1972) mit dem Track 'Grande Finale' recht gelungen.

Wie gesagt, unterm Strich eine recht gelungene Lana Lane Hardrock CD, die produktionstechnisch in diesem Falle etwas mehr Mühe verdient gehabt hätte.

Frank Scheuermann 






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