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White Lies

Label: Soulfood Music (2007)

Das Cover ist bunt, verschnörkelt und auffallend, die Musik eine Mischung aus Emopunk und Metal, die Band eine junge Gruppe, talentierter Künstlern aus Los Angeles, die sich eigentlich nur zum Spaß zusammen taten. Aus Spaß wurde Ernst, aus Ernst Professionalität, und nach ca. dreieinhalb Jahren ist nun ihr zweites Studioalbum "White Lies" im Kasten und freut sich auf sein Germanyrelease am 16.März 2007.

Von Anfang an drücken die Jungs mächtig aufs Gaspedal. Ihre poppige Hülle kombinieren die Südkalifornier mit aggressiven Gitarren Riffs und hartem Gesang. Im Vergleich zum Debütalbum haben sich LoveHateHero einige, große Schritte voran gewagt. Die Jungs sind mit den Jahren gewachsen und haben aus Gesang so wie instrumentalen Parts einiges heraus geholt. Die Stimme des Sängers Pierrick Berube wechselt übergangslos zwischen ruhig, aggressiv und stimmungsvoll. Auch die kurzen, von mir sehr gern gehörten Growls, sind durchaus gelungen. Leider gibt es in den einzelnen Songs sehr viele langgezogene "wuaaaaahhs-" und "yeahhhhs", die meiner Meinung nach recht nervig sind und die Songs eintönig machen. Doch sobald diese Stellen ihr Ende erreicht haben geht wieder die Post ab. Mal heftig und wütend, mal nachdenklich. Die Songanfänge sind leider instrumental alle sehr ähnlich. Ausnahme hierbei ist der etwas ruhigere Track 'Hollywoodemia', endlich hören wir mal richtig die Drums heraus! Wozu werden die so versteckt? Sind doch sehr geil. Danach geht's mit dem alten Verfahren weiter: Flott und mit viel Power, guten Riffs die in der Mitte des Songs leider wieder etwas unter gehen. 'Homewrecker', der letzte Song des Silberlings kann wieder einen guten Drumeinstieg vorweisen. LoveHateHero haben zur rechten Zeit das richtige Album herausgebracht. Ich frage mich was in diesem Genre richtiger ist:
Mehr Bands mehr Fans? Oder mehr Fans mehr Bands?

Das Gesamtwerk ist wenig spektakulär. Zu viel Gleiches sprießt momentan in Sachen Emo aus dem Boden. Doch nicht spektakulär, heißt ja nicht gleich schlecht. "White Lies" ist im Vergleich zum Vorgängeralbum kräftiger und professioneller. Die Scheibe scheint nicht mehr ganz so abgerundet. Die Band hat ihre Ideen gut umgesetzt und ein gelungenes Werk zurechtgebastelt. Für Fans des angesagten Stils ein Goldstück im Monat März.

Steffie Krämer






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